Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.03.2003

12:52 Uhr

Viertelfinal-Knüller

Cup-Verteidiger Real kontra ManU

Bitter-süßes Champions-League-Los für Manchester United - Hohn und Spott für UEFA-Pokal-Versager FC Liverpool.

HB/dpa NYON/LIVERPOOL. Auf der britischen Insel schlugen die Emotionen zum Abschluss der Europacup-Woche besonders hoch. Die Auslosung für das Viertelfinale der europäische Meisterklasse (8./9. und 22./23. April) bescherte ManU am Freitag in Nyon mit dem Titelverteidiger und Rekordsieger Real Madrid die wohl größte Herausforderung. Nach dem Zwischenrunden-K.o. von Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen hatten sich hingegen mit Dietmar Hamann und Markus Babbel zuvor auch die letzten deutschen Spieler für diese Saison von der europäischen Bühne verabschiedet: Ihr FC Liverpool, immerhin siebenmaliger Europacup-Sieger, musste nach dem blamablen 0:2 vom Vorabend ausgerechnet Celtic Glasgow den Vortritt in das UEFA-Cup - Halbfinale gegen Boavista Porto überlassen.

"Es ist das schwierigste Los, das ist sicher", sagte Manchesters Geschäftsführer Ken Merrett. Er gewann immerhin der Tatsache einen positiven Aspekt ab, am 8. April zunächst im Estadio Bernabeu antreten zu können. Beim britischen Buchmacher William Hill ist Real, neunmaliger Sieger von Landesmeister-Cup und CHAMPIONS League, mit einer Quote von 7:2 Wettfavorit vor United und dem AC Mailand (beide 5:1). Milan startet am gleichen Tag bei Ajax Amsterdam in die Runde der letzten Acht. Mit Inter Mailand gegen FC Valencia sowie Juventus Turin gegen den FC Barcelona stehen am 9. April außerdem zwei italienisch-spanische Kräftemessen auf dem Programm. Mögliche landesinterne oder sogar städtische Duelle blieben auch den im UEFA-Pokal doppelt vertretenen Portugiesen erspart. Während Boavista den Gang zu VfB Stuttgarts Achtelfinal-Bezwinger Celtic antritt, muss sich der FC Porto am 10. und 24. April mit Lazio Rom beschäftigen.

Der lange geschmähte schottische Fußball erlebt durch Celtic, das erstmals seit 29 Jahren in einem europäischen Cup-Wettbewerb wieder die Vorschlussrunde erreichte, seine Auferstehung. Top-Favorit Liverpool wurde am Tag nach der Pleite hingegen von der "Sun" als "ein Haufen Mauerblümchen" verschmäht. Alan Thompson per Freistoß unter der Mauer hindurch (45.) sowie John Hartson (83.) verhalfen Glasgow zum Triumph bei den "Reds" - und schockten insbesondere Teammanager Gerard Houllier. Der Franzose wird alle Hände voll zu tun haben, um eine trotz Gewinn des Ligapokals - gegen Manchester United - bislang verpatzte Saison noch zu retten. "Ein Platz in der CHAMPIONS League würde das Ausscheiden kompensieren", träumt der Franzose, doch zwei Punkte vom wertvollen vierten Tabellenrang entfernt, hängt die Qualifikation am seidenen Faden.

In Schottland herrschte dagegen überschwängliche Freude und Trainer Martin O'Neill spekuliert mit der lösbar erscheinenden nächsten Aufgabe Boavista Porto bereits auf das Finale - und mehr. Ein knappes "Wunderbar" war die Schlagzeile im Glasgower Boulevardblatt "Daily Record", und der seriöse "Herald" schrieb: "Liverpool wurde auf seinem eigenen heiligen Rasen ins Schwert gestürzt. Es war eine Nacht zum Erinnern." Am meisten freute sich jedoch Stürmer John Hartson. Am Sonntag war er noch Buhmann für die Celtic-Fans, weil er in letzter Minute des Ligapokal-Endspiels gegen Erzrivale Rangers einen Foulelfmeter verschossen hatte - nun wurde er mit seinem Tor an der Anfield Road wieder zum Helden. "Das war zweifellos unsere beste Leistung in Europa seit langem", sagte der walisische Nationalspieler.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×