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09.06.2000

16:21 Uhr

Vivendi will nicht mehr an Lizenzversteigerung teilnehmen

UMTS: Da warens nur noch zehn

Der französische Mischkonzern Vivendi will nicht mehr an der Lizenzversteigerung in Deutschland teilnehmen.

dpa BONN/MÜNCHEN/STUTTGART. Am Milliarden-Poker um die neuen Mobilfunk-Lizenzen in Deutschland nehmen jetzt nur noch zehn Bewerber teil. Der französische Mischkonzern Vivendi sei von seiner Bewerbung für eine UMTS-Lizenz offiziell zurückgetreten, sagte ein Sprecher der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post am Freitag. Vivendi hatte zuvor angekündigt, nicht an der Versteigerung teilzunehmen. Mit der dritten Mobilfunkgeneration UMTS werden ab 2002 mobile Datenkommunikation und Multimedia über das Handy möglich.

Zugelassen für die am 31. Juli beginnende Versteigerung sind alle vier deutschen Mobilfunkbetreiber T-Mobil (D1/Deutsche Telekom), Mannesmann Mobilfunk (D2/Vodafone), E-Plus (KPN) und VIAG Interkom (mit British Telecom). Außerdem sind die Dienste-Anbieter debitel (Swisscom) und Talkline (Tele Danmark/SBC) dabei. Daneben sitzen MCI WorldCom, Hutchison Whampoa, Group 3G (Telefónica, Orange, Sonera) und MobilCom (mit France Télécom) am Tisch. France Télécom muss sich wegen der Orange-Übernahme für eine Bewerbergruppe entscheiden.

Eine UMTS-Lizenz in Deutschland wird nach Einschätzung von VIAG Interkom "nicht sehr viel mehr als zehn Mrd. DM" kosten. "Nach dem Spielfieber in England kommt jetzt mehr Rationalität ins Spiel", sagte VIAG Interkom-Chef Maximilian Ardelt der "Süddeutschen Zeitung" (Freitagausgabe). Branchenexperten hatten bisher in Deutschland mit Kosten von etwa 20 Mrd. DM für eine UMTS-Lizenz gerechnet. In Großbritannien brachte die Ersteigerung von vier Lizenzen dem Staat insgesamt Einnahmen in Höhe von umgerechnet rund 75 Mrd. DM.

debitel unterstrich am Freitag in Stuttgart die Ernsthaftigkeit seiner Bewerbung für eine UMTS-Lizenz. Mit einer Kapitalerhöhung soll die Unternehmenskasse für die Versteigerung gefüllt werden. "Zusammen mit der Swisscom sowie gegebenenfalls weiteren Partnern nehmen wir diesen Bietprozess sehr ernst, allerdings nicht für jeden Preis", sagte Vorstandschef Peter Wagner den Aktionären auf der Hauptversammlung der debitel AG. dpa vd/ax/mi yynw nb

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