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14.06.2000

11:04 Uhr

Vizedirektor der Mediengruppe spricht von "hundertprozentig politischer Entscheidung"

Russischer Regierungsschef hält Festnahme von Medienmogul für nicht gerechtfertigt

Der russische Regierungschef Michail Kassjanow hat sich zurückhaltend zur Festnahme des Medienkonzern-Chefs Wladimir Gussinski geäußert.

afp MOSKAU. Kassjanow sagte am Mittwoch laut Nachrichtenagentur Interfax, er hoffe, dass die Staatsanwaltschaft das "Für und Wider gut abgewogen" habe und es "ernsthafte Gründe" für die Festnahme gegeben habe. Er sehe nichts Bedrohliches in den Aktivitäten von Gussinski, das seine Festnahme rechtfertige. Gussinski leitet den größten regierungskritischen Medienkonzern in Russland, Media-Most, in dem bereits vor einem Monat bei einer Razzia Akten beschlagnahmt worden waren. Zur Gruppe Media-Most gehören unter anderem der Fernsehsender NTW und der Rundfunksender Moskauer Echo. Gussinksi wird Machtmissbrauch und Unterschlagung von umgerechnet mehr als 20 Millionen Mark vorgeworfen.

Der Vize-Direktor der Gruppe, Igor Malaschenko, bezeichnete die Festnahme als "hundertprozentig politische Entscheidung". Der spanischen Zeitung "El Pais" vom Mittwoch sagte er, die russische Regierung unter Präsident Wladimir Putin wolle ein "autoritäres Regime" einrichten. Der Kreml wolle das Land völlig kontrollieren. Dahinter stecke die Tradition des "sowjetischen Systems".

Malaschenko hielt sich am Mittwoch in Spanien auf, wo auch der russische Präsident seit Dienstag war. Malaschenko wollte versuchen, Putin dort zu treffen. Der russische Präsident wird in Deutschland erwartet. Menschenrechtsorganisationen hatten sich in der Vergangenheit wiederholt über die Einschränkung der Pressefreiheit beklagt.

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