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19.02.2002

00:00 Uhr

Voice-Anwendungen liegen voll im Cebit-Trend

Neue Techniken hören aufs Wort

Fortschritte der Computerlinguistik und leistungsfähigere Hardware machen Sprachanwendungen zunehmend interessanter. Schlagworte wie "Voice Processing" oder "Text-to-Speech" stehen daher auch im Blickpunkt der Computermesse Cebit. Die Ablösung von Tastatur und Maus durch die menschliche Stimme ist in den nächsten Jahren aber noch nicht zu erwarten.

WiWo/ap FRANKFURT/M. Bei mobilen Anwendungen wie Internet-Systemen im Auto geht jedoch kein Weg mehr an der Sprachsteuerung vorbei. Auskunftsdienste und Call-Center sind vor allem an Sprachdialog-Systemen interessiert, die Standardanfragen ohne menschliche Unterstützung abwickeln können. Die Bestellung von Mietwagen, Hotelzimmern oder Konzertkarten sind ein erster Schritt in den "Voice-Commerce".

Eine gemeinsame Plattform für solche Systeme entwickeln die Clarity AG (Halle 27, Stand F01/1) in Bad Homburg und IBM (Halle 1, Stand 4g2) auf der Grundlage von VoiceXML, der auf den Umgang mit Sprache ausgerichteten Spezialanwendung der Extensible Markup Language. Mit XML strukturierte Daten haben den Vorteil, dass sie sowohl von Menschen gelesen als auch von Maschinen verarbeitet werden können.

Die IBM-Spracherkennung soll auch mit Spracheingaben von Personen umgehen können, die einen starken Dialekt sprechen. Statt der stupiden Aufforderung, aus verschiedenen Vorgaben eine Zahl vorzusprechen, erlaubt das System freie Formulierungen wie: "Sagen Sie mal, läuft denn heute Abend ein guter Actionfilm im Kino?"

Zu den sprecherabhängigen Spracherkennungsprogrammen gehört hingegen das auf eine lange Entwicklungstradition zurück blickende Dragon NaturallySpeaking. Einst von der US-Firma Dragon entwickelt und dann von dem inzwischen in Konkurs gegangenen belgischen Unternehmen Lernout & Hauspie übernommen, wird das professionelle Diktiersystem jetzt von der ETeX AG-Sprachsynthese (Halle 9, Stand F47) in Frankfurt am Main angeboten und um Spezialwortschatz für Rechtswesen, Finanzen und Medizin erweitert.

Das Vordringen von Sprachtechnologie verwischt die Grenzen zwischen den Anbietern von Daten- und Telefondiensten. Während Internet-Provider ihren Kunden mit "Voice over IP" auch das Telefonieren über das Internet anbieten, dringen Telekom-Firmen ins mobile Internet vor. Zur Entwicklung und Integration von übergreifenden Sprach-Daten-Diensten bietet Hewlett-Packard (Halle 1, Stand 7i2) die Software-Lösung Opencall an, mit der auch "Voice-Portale" erstellt werden können: Diese für die Sprachausgabe eingerichteten Internet-Portale lesen einem Anrufer am Mobiltelefon E-Mails, den aktuellen Kontostand oder den örtlichen Wetterbericht vor.

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