Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.01.2003

07:14 Uhr

Volkswagen-Konzern fällt unter die Fünf-Millionen-Grenze

Bei den Autoherstellern überwiegt Optimismus

Trotz der schwierigen konjunkturellen Lage bleiben die Autohersteller zuversichtlich. BMW, Mercedes und Audi verkünden steigende Umsätze. Nur VW kämpft mit sinkenden Verkaufszahlen.

HB DETROIT. Die beiden Premiumhersteller Mercedes-Benz und BMW gehen trotz der schwierigen konjunkturellen Ausgangslage mit Optimismus in das neue Jahr. "Für 2003 erwarten wir eine positive Entwicklung für das Unternehmen", sagte Vorstandschef Helmut Panke am Montag auf der US-Autoshow in Detroit.

Die BMW-Gruppe konnte den Fahrzeugabsatz 2002 um 17 % auf 1,057 Mill. Autos steigern. Vor allem der Mini, der bereits im Vorjahr schrittweise in den wichtigsten Märkten eingeführt worden war, trug zu dem Wachstum bei. Von dem kleinen Auto wurden 144 000 Stück verkauft nach 25 000 im Vorjahr.

Der Stuttgarter Oberklasse-Hersteller Mercedes-Benz hat seine Verkaufszahlen in 2002 auf dem Rekordniveau des Vorjahres gehalten und den Umsatz gesteigert. Im vergangenen Jahr seien wie 2001 rund 1,23 Mill. Pkw der Marke Mercedes und des Kleinwagen-Ablegers Smart abgesetzt worden, teilte der Daimler-Chrysler-Konzern in Detroit mit. Die Verkaufszahlen von Mercedes allein lagen bei 1,1 Mill. Autos. Der Umsatz habe bei rund 50 Mrd. Euro gelegen, sagte Mercedes-Chef Jürgen Hubbert. Ein Jahr zuvor hatte der deutsch-amerikanische Autokonzern mit Mercedes-Benz und Smart 47,7 Mrd. Euro umgesetzt. Nach früheren Angaben rechnet Mercedes für 2002 mit einem konstanten operativen Ergebnis von rund 2,9 Mrd. Euro. Die Sparte wäre damit erneut der größte Ergebnisträger des Konzerns.

Im Jahr 2002 hat der Volkswagen-Konzern hingegen erstmals wieder weniger als 5 Mill. Autos verkauft. VW-Chef Bernd Pischetsrieder kündigte in Detroit an, in diesem Jahr die für den Konzern entscheidende Grenze wieder überschreiten zu wollen. Dazu sollen neue Modelle beitragen wie der Minivan Touran und der Golf. Mit exakt 4,98 Mill. verkauften Autos verlor der Konzern 2002 im Vergleich zum Vorjahr weltweit knapp 2 % beim Absatz.

Pischetsrieder erwartet, dass die gesamte Branche 2003 weltweit wieder rund 38 Mill. Autos verkaufen wird. "Wir wissen natürlich nicht, wie sich die einzelnen Märkte entwickeln werden." Dabei könnten Faktoren wie die Ölpreisentwicklung, ein möglicher Krieg im Irak, aber auch nationale Politik eine Rolle spielen. VW rechne damit, dass der Absatz in Asien weiter zulegen, dagegen in Westeuropa und den USA stagnieren werde

.

Der VW-Chef bestätigte außerdem Überlegungen, den von Frühjahr 2003 an in Brasilien für Lateinamerika und China produzierten Kleinwagen Tupi eventuell in Europa anzubieten. Während Volkswagen rückläufige Zahlen verzeichnet, will die Tochter Audi AG ihr achtes Rekordjahr in Folge hinlegen. Trotz eines Absatzrückgangs von 4,4 % in Deutschland hat Audi ihren weltweiten Absatz im vergangenen Jahr um 2,1 % auf 741 Autos steigern können. Im Inland konnte Audi seinen Marktanteil auf dem Rekordniveau des Vorjahres von 7,5 % halten. Stärkster Auslandsmarkt von Audi sind nach wie vor die USA, wo Audi im zurückliegenden Jahr knapp 86 000 Fahrzeuge verkaufte. Das entspricht einem Zuwachs von 2,9 % gegenüber dem Vorjahr. Im Aufwind ist auch die zu Audi gehörende Sportwagenfirma Lamborghini. 420 Sportflitzer wurden im vergangenen Jahr verkauft - 40 % mehr als noch im Jahr 2001.

Der japanische Autohersteller Toyota hat anlässlich der Autoshow in Detroit angekündigt, Autos die Edelmarke Lexus verstärkt außerhalb Japans bauen zu lassen, um den Effekt von Währungsschwankungen abzumildern. Das erste Werk außerhalb Japans, in dem der Lexus montiert wird, soll in Kanada stehen. Die Verkaufszahlen für Lexus-Modelle sind im vergangen Jahr um 4,5 % auf 234 109 Stück gestiegen. Toyota konnte die US-Verkäufe aller Marken um 0,9 % auf 1,76 Mill. Autos steigern.

Der US-Autohersteller Ford dagegen konzentriert sich vornehmlich auf Kostensenkung. Wie der für Einkäufe und internationale Geschäftstätigkeit bei Ford zuständige David Thursfield dem "Wall Street Journal" sagte, werde ein Expertenteam bis Mitte des Jahres eine Prüfung von rund 60 % der Kosten, die Ford jährlich für Komponenten in der PKW-Fertigung in Nordamerika aufwendet, abgeschlossen haben. Ford will damit an die Erfolge in Europa anknüpfen, wo das Unternehmen bereits profitabel arbeitet.

Quelle: Handelsblatt

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×