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29.01.2003

11:47 Uhr

Vom Süddeutschen Verlag

SPD-Medienholding kauft "Frankenpost"

Der Süddeutsche Verlag hat sich aus kartellrechtlichen Gründen von den Regionalzeitungen "Frankenpost" und "Vogtland-Anzeiger" getrennt.

HB/dpa/rtr FRANKFURT. Der 70-prozentige Anteil an der Frankenpost GmbH sei an die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) verkauft worden, teilte das Münchener Verlagshaus am Mittwoch mit. Die DDVG is eine SPD-Medienbeteiligungs - Gesellschaft.

Der Verkauf sei eine Konsequenz aus den Sondierungsgesprächen mit dem Bundeskartellamt, das den Einstieg der Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH) als sechster Gesellschaft beim Süddeutschen Verlag (SV) genehmigen soll. Die SWMH gibt in Chemnitz die "Freie Presse" heraus, deren Verbreitungsgebiet sich mit den Regionalzeitungen des Süddeutschen Verlags überschneidet.

"Wir gehen davon aus, dass die Genehmigung des Bundeskartellamts für den Einstieg des SWMH in den Süddeutschen Verlag nun rasch erteilt werden kann", erklärte SV-Geschäftsführer Klaus Josef Lutz.

Die Medienholding will die Mehrheit an der Zeitung nach eigenen Angaben aber nicht auf Dauer halten, sondern nur einen Beitrag zur Zukunftssicherung des SV mit seinem Flaggschiff "Süddeutsche Zeitung" leisten. "In der Sache ging es vorrangig um den Vollzug der neuen Beteiligungsstruktur beim Süddeutschen Verlag", sagte DDVG - Geschäftsführer Jens Berendsen in Hamburg.

Aus grundsätzlichen Erwägungen werde die ddvg wieder nach einem Partner suchen. Die DDVG ist in zahlreichen Verlagshäusern in Franken und anderen Regionen engagiert. Der SV hatte die Verkaufsverhandlungen mit der DDVG bereits am Dienstag bestätigt und damit heftige Kritik der CSU ausgelöst. CSU-Generalsekretär Thomas Goppel und Bayerns Medienminister Erwin Huber (CSU) warnten vor Gefahren für die Pressefreiheit in Franken.

Mit dem Verkauf der "Frankenpost" mit Sitz in Hof geht auch der "Vogtland-Anzeiger", der speziell auf die Interessen der Leser in Sachsen zugeschnitten ist, an die ddvg über. Im Verbreitungsgebiet der "Frankenpost" und des "Vogtland-Anzeigers" gibt es nach Angaben des SV eine kartellrechtlich relevante Überschneidung mit der "Freien Presse" in Chemnitz. Die Zeitung gehört zur Medien Union GmbH, an der die Südwestdeutsche Medien Holding beteiligt ist.

Die SVMH, die unter anderem die Mehrheit an der "Stuttgarter Zeitung" hält, hatte ihren Einstieg mit 18,75 Prozent als sechster Gesellschafter beim Süddeutschen Verlag bereits im November vereinbart. Das Engagement soll dem Münchener Verlag, der unter einem Einbruch der Anzeigen-Einnahmen leidet und im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben hat, eine Finanzspritze von 100 Millionen Euro bringen.

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