Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.01.2001

18:10 Uhr

Von Euphorie keine Spur

Dax-Ausblick: Index hat Boden gefunden

VonJürgen Röder

Boden gefunden, aber noch keine Trendwende in Sicht: Das ist die Meinung vieler Analysten, wenn es um die Dax-Aussichten in der kommenden Woche geht. Auf ihrer Empfehlungsliste stehen Substanztitel.

DÜSSELDORF. "Wer nun erwartet, dass die Börsen ungeachtet des noch immer schwierigen Marktumfeldes nun eine Jahresanfangsrally starten, spekuliert äußerst gefährlich und kurzsichtig", meint Carsten Riester von der GZ Bank . Die hohen Kursausschläge auch in der vergangenen Woche bedeuten seiner Meinung nach, dass Marktteilnehmer weiterhin in den Startlöchern stehen und darauf warten, bei entsprechenden Impulsen wieder in den Markt zu investieren. Es werde noch einige Zeit "nervösen Handelns" geben. Er rät zum Kauf defensiver Titel wie .

Für Michael Schubert von der Bankgesellschaft Berlin hat sich der Dax nach "unten stabilisiert". Aus technischer Sicht habe sich beim Index durch die Entwicklungen in den vergangenen Tagen vieles verbessert. Es gelte nun, die Hürde von 6 470 Punkten zu überwinden. "Danach ist der Weg bis 6 800 Punkte frei", sagte er. Schubert rät Anlegern zu Engagements in defensive Titel. "Eine Adidas-Salomon gefällt uns immer noch gut", nannte er als Beispiel.

Stützungskäufe bei der Telekom

Ein relativ gutes Chance-Risiko-Verhältnis am Deutschen Aktienmarkt sieht derzeit Volker Borghoff von der DG-Bank, da die Möglichkeit eines Kursrutsches nun nicht mehr sehr groß sei. Allerdings könnten die Unternehmensergebnisse des vierten Quartals, die teilweise erst Ende Februar veröffentlicht werden, noch den Markt belasten. Für ihn scheint sich eine Deutsche Telekom-Aktie zu stabilisieren. "Man weiß aber nicht, wie hoch der Anteil von Stützungskäufen ist". Schließlich ist der Kauf des US-Unternehmens Voicestreams gefährdet, wenn der Kurs unter 33  Euro liegt. Er rät zum Kauf von Substanzwerten wie Versorger- und Versicherungstitel.

Die BFG-Bank rechnet mit einer weiteren Berg- und Talfahrt. Eine Bodenbildung werde sich erst abzeichnen, wenn die Aktienkurse kaum noch oder nicht mehr auf schlechte Unternehmensmeldungen reagieren. Zu deren Favoriten zählen Siemens , BASF , DaimlerChrysler , Deutsche Telekom, Dresdner Bank und Linde . Dies gelte jedoch nur für den langfristig orientierten Anleger, auf kurze Sicht empfehle sich eine hohe Liquidität.

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Einschätzungen der Dax-30-Werten der DG-Bank aus strategischer Perspektive:



DG Bank

UnternehmenGewinn 2000eGewinn 2001eGewinn 2002eEmpfehlung

Adidas

-Salomon
3,974,545,35Halten

Allianz

9,2011,5012,65Halten

BASF

2,213,223,74Halten
Bay.

Hypo

-Vereinsbank
2,304,404,59Halten

Bayer

2,543,183,49Kaufen

BMW

1,652,252,50Halten

Commerzbank

3,082,112,36Halten
Daimler-Chrysler3,252,653,55Verkaufen
Degussa-Hüls2,463,143,47Halten

Deutsche Bank

7,305,626,46Kaufen
Deutsche Telekom-0,270,010,23Verkaufen
Dresdner Bank3,542,082,54Verkaufen

Eon

5,453,003,40Halten

Epcos

3,685,005,80Halten
Fresenius MC2,252,693,17Halten

Henkel

Vz.
3,113,493,79Verkaufen

Infineon

Technologies
1,831,852,00Halten
Karstadt1,051,301,35Verkaufen

Linde

2,403,033,99Kaufen

Lufthansa

2,002,052,25Halten

MAN

2,522,802,76Kaufen

Metro

0,931,051,17Halten
Münchener Rück.7,509,009,90Halten
Preussag2,222,692,80Kaufen

RWE

2,242,402,60Kaufen

SAP

Vz.
2,003,034,15Halten

Schering

1,601,992,27Verkaufen

Siemens

5,106,277,22Kaufen
Thyssen Krupp0,901,451,55Halten

VW

4,205,157,00Halten

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf "Zum Home-Bildschirm"

Auf tippen, dann "Zum Startbildschirm hinzu".

×