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14.02.2001

12:37 Uhr

dpa FRANKFURT/MAIN. Im Fleischerhandwerk sind nach Angaben des Deutschen Fleischer-Verbands (DFV) wegen der BSE-Krise rund 5 000 Arbeitsplätze bedroht. Dennoch sei die Branche mit ihren rund 205 000 Beschäftigten von harten Einschnitten bisher verschont geblieben, sagte DFV-Geschäftsführer Ingolf Jakobi am Mittwoch in Frankfurt. Der Verband vertritt mehr als 20 000 Fleischer-Fachgeschäfte mit insgesamt 33 000 Verkaufsstellen in Deutschland.

Betroffen von der Krise seien vor allem größere Betriebe mit 100 und mehr Beschäftigten, die Fleisch an Supermarktketten liefern, sagte Jakobi. Dort sei die Lage katastrophal. In den typischen Handwerksbetrieben mit durchschnittlich 10 Beschäftigten sehe die Situation aber ganz anders aus: Die "Metzger an der Ecke" profitierten eher von der Lage.

Verbraucher kaufen Fleisch in Fachgeschäften

Viele Verbraucher hätten für den Fleischeinkauf den Supermärkten den Rücken gekehrt und vertrauten eher den Fachgeschäften. Die neuen Kunden hätten dafür gesorgt, dass der Umsatz der Metzger insgesamt gehalten wurde. "Wir sehen das ohne Schadenfreude", sagte Jakobi. Ob die Neukunden auf Dauer gehalten werden könnten, sei offen. "Den Verbrauchern ist insgesamt der Appetit auf Fleisch vergangen."

Mit einem Umsatz von 34,2 Mrd. DM erreichten die Fleischer-Fachgeschäfte nach den Worten von Jakobi 1999 einen Marktanteil von 48 % bei Fleisch und Fleischprodukten. Für das vergangene Jahr liegen noch keine Gesamtzahlen vor. Das Dezember- Geschäft sei aber trotz der ersten deutschen BSE-Fälle normal gelaufen. Der Rindfleisch-Absatz sei zwar um bis zu 80 % gesunken, aber die Verbraucher seien auf Schweinefleisch und andere Produkte umgestiegen und hätten die Ausfälle damit wettgemacht. Im Januar habe es Probleme mit dem Wurst-Verkauf gegeben, aber der Umsatz sei deshalb nur geringfügig zurückgegangen.

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