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15.01.2002

15:42 Uhr

Vor allem in Futter für Heimtiere gelandet

Belastetes Fischmehl in Deutschland verarbeitet

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat neun mögliche Empfänger des mit Antibiotika belasteten Fischmehls aus Cuxhaven ermittelt. Es handele sich um fünf Tierfutterhersteller und einen Händler in Deutschland sowie um je einen Empfänger in Dänemark, Polen und Rumänien, sagte der Referent für Futtermittelrecht, Rolf Kröchert, am Dienstag in Hannover.

Reuters HANNOVER. Vier der fünf Hersteller in Deutschland produzierten ausschließlich Futter für Heimtiere. "Die Sorge, dass das verseuchte Fischmehl in den Futterkreislauf für Nutztiere geraten ist, hat sich dadurch stark relativiert." Die zuständigen Behörden prüften nun, ob die Lieferungen Reste der ursprünglich zur Vernichtung bestimmten belasteten Shrimps enthielten.

Am Montag war bekannt geworden, dass 27,5 Tonnen Shrimps aus Asien nicht ordnungsgemäß in den Niederlanden entsorgt worden waren, sondern illegal als Fischabfälle nach Cuxhafen geliefert und dort zu Fischmehl verarbeitet wurden. Analyseergebnisse aus Cuxhaven erwartet das Landesagrarministerium am Mittwoch. Das Antibiotikum Chloramphenicol (CAP) kann beim Menschen zu Störungen der Blutbildung führen und ist deshalb in der Europäischen Union seit 1994 in der Nutztierfütterung verboten.

Das Bundesverbraucherschutzministerium hatte am Montag Versäumnisse eingeräumt. Nach Information durch niederländische Behörden am 27. Dezember über die möglicherweise unrechtmäßige Verwendung der antibiotikahaltigen Shrimps seien diese Angaben erst am 8. Januar weitergeleitet worden, teilte das Ministerium mit. Nach Angaben von Staatssekretär Alexander Müller hat das Bundesministerium bereits eine Untersuchung eingeleitet, um die Gründe für die Verzögerung zu klären. Die Umleitung der belasteten Shrimps in die Futtermittelwirtschaft zeige aber auch die Notwendigkeit eines europäischen Schnellwarnsystems.

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