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29.01.2002

15:05 Uhr

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Vor Bush und Fed: Wall Street erwartet flachen Auftakt

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Vor der Glocke tut sich nicht viel an der Wall Street. Die Futures auf Dow Jones, Nasdaq und den marktbreiteren S&P 500 dümpeln nahe der Null-Linie und deuten auf einen flachen Handelsauftakt.

Schon am Montag kamen die Märkte nicht richtig in Schwung. Der Dow Jones verbesserte sich schließlich um 25 Zähler auf 9865 Punkte, die Nasdaq ging mit einem Plus von 6 Pünktchen bei 1943 Punkten aus dem Handel.

Am Dienstag ist auch nicht mehr zu erwarten, da Anleger auf wichtige Marktdaten warten, die bis Ende der Woche häppchenweise serviert werden. Kurz nach Handelsbeginn wartet die Wall Street auf die aktuellen Daten zum Verbrauchervertrauen. Am Abend wird US-Präsidnet George W. Bush seinen Bericht zu Lage der Nation liefern. In Washington tagt die Notenbank, von der die meisten Marktteilnehmer keine weiteren Eingriffe in die Zinspolitik erwarten, aber weitere Kommentare zur Entwicklung der Konjunktur. Alan Greenspan dürfte sich aber erst am Mittwoch zu Wort melden, das Komitee tagt zweitägig. Ebenfalls am Mittwoch wird das Bruttosozialprodukt veröffentlicht, am Donnerstag und Freitag gibt es Daten aus dem Arbeitsmarkt.

Verständlich, dass sich Investoren daher mit Aktienkäufen zurückhalten. Lediglich einzelne Werte dürften im Tagesverlauf stärker gefragt sein, schließlich steckt man inmitten der Ertragssaison und eine halbe Stunde vor Handelsbeginn zeichnen sich bereits erste Gewinner und Verlierer ab: Meist gehandelte Aktie ist das Papier von Texas Instruments, das am frühen Morgen 6,3 Prozent gewinnt. Der Chiphersteller hat im vierten Quartal geringere Verluste eingefahren als erwartet und sagt, die Nachfrage nach Halbleitern steige nun wieder. Allein der Mobilfunkbereich bleibe weiter schwach, heißt es, weshalb man für das laufende erste Quartal nicht mehr als ein Break-Even ankündigt. Die Analysten sind zufrieden: Merrill Lynch, Morgan Stanley, Salomon Smith Barney, die Credit Suisse First Boston und die Dresdner Kleinwort Wasserstein empfehlen die Aktie zu "kaufen". Allein die ABN Amro bleibt bei ihrer Einschätzung mit "halten".

Zwei Unternehmen aus dem Dow legen am Morgen ebenfalls Zahlen vor. Coca-Cola hat mit einem Quartalsplus von 914 Millionen Dollar oder 37 Cent pro Aktie die Analystenerwartungen geschlagen. Der weltgrößte Getränkehersteller hat in den vergangenen drei Monaten 4 Prozent mehr Kästen verkauft als im Vergleichsquartal, allein das Wachstum auf dem heimischen US-Markt blieb mit 2 Prozent am unteren Ende der Erwartungen. Für das Jahr 2002 hält man weiter an den Gewinnerwartungen fest und rechnet mit einem Wachstum von 11 bis 12 Prozent.

Abwärts dürfte es für die Aktie des Industrieriesen Honeywell gehen, dessen Gewinne im vierten Quartal um 53 Prozent eingebrochen sind. Dem Unternehmen ist ein Großauftrag von British Airways verloren gegangen: Die Airline hat ihr RJX Jet-Programm eingestellt, für dass Honeywell die Turbinen hätte liefern sollen. Honeywell blickt auf einen Quartalsgewinn von 55 Cent pro Aktie, was in Höhe der Erwartungen liegt. Allerdings nimmt das Management die Erwartungen für das erste Quartal zurück, erst für das zweite Halbjahr 2002 rechnet man mit einer Erholung und höheren Gewinnen.

Anlegern gefällt was der Pharmakonzern Merck plant. Das Unternehmen will die Medco-Sparte ausgliedern und gesondert an die Börse bringen. Medco ist das verbindende Glied zwischen Pharmakonzern und den Krankenversicherern und sorgt für 55 Prozent des Merck-Umsatzes. Das Management glaubt, die Aktien durch einen Split attraktiver zu machen und mehr Wert zu generieren. Merck legt vor Handelsbeginn 3,5 Prozent zu.

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