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18.03.2004

12:39 Uhr

Vor dem Beitritt

Beitrittsländer haben Angst vor ausländischen Produkten

In einigen Beitrittsländern machst sich kurz vor dem 1. Mai die Sorge breit, ausländische Produkte könnten in Zukunft die heimischen Märkte überschwemmen. So sollen Verbraucher in Polen mit einer Werbeaktion zum Kauf nationaler Produkte animiert werden. In den baltischen Staaten verweisen nationale Gütesiegel auf Qualität aus der Heimat.

Foto: dpa dpa

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HB HAMBURG. Andere Länder sehen die wirtschaftlichen Auswirkungen der EU-Mitgliedschaft gelassener: Die Märkte etwa von Zypern und Malta sind schon seit Jahren westlich orientiert.

"Wer polnische Produkte kauft, gibt Arbeit", lautet das Motto der Aktion, der sich unter anderem der polnische Rundfunk angeschlossen hat. Nach Angaben des Initiators ergaben Umfragen, dass 80 % der Polen heimische Produkte kaufen wollen. Nur fünf Prozent achteten aber tatsächlich auf das Herkunftsland.

In Estland, Lettland und Litauen unterstützen die Wirtschaftsministerien oder regierungsnahe Organisationen den Verkauf heimischer Produkte. In Lettland etwa bürgt der Aufkleber "Grüner Löffel" dafür, dass mindestens 75 % der Zutaten aus lokaler Herstellung stammen. Zuletzt war in Zeitungen von einer Ermahnung der Europäischen Kommission die Rede. Mit dem EU-Beitritt seien solche indirekten Subventionen untersagt, nationale Gütesiegel verstießen gegen das EU-Prinzip der Chancengleichheit.

In der Slowakei gab es gleich nach der Wende einen Boom auf alles Westliche, auch wenn es viel teurer war. Inzwischen gibt es zaghafte Aktionen der Handelskammer für slowakische Produkte. Die sind aber kaum nötig: Mittlerweile sind die heimischen Waren wegen der niedrigeren Preise wieder beliebter als Artikel aus den heutigen EU-Staaten. Eine Ausnahme ist Bekleidung, bei der internationale Marken trotz hoher Preise immer noch gefragt sind.

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