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12.01.2001

13:41 Uhr

Vor Falun-Gong-Versammlung

China verstärkt Druck auf Falun-Gong

Chinas Regierung hat einen Tag von einem Treffen der Falun Gong in Hongkong verstärkte Angriffe auf die Bewegung in den amtlichen Medien angeordnet.

Reuters PEKING/HONGKONG. Chinas Regierung hat einen Tag von einem Treffen der Falun Gong in Hongkong verstärkte Angriffe auf die Bewegung in den amtlichen Medien angeordnet. Der Chef der Öffentlichkeitsarbeit der Kommunistischen Partei, Ding Guangen, sagte der amtlichen "Volkszeitung" (Freitagausgabe), China habe einen "langen und harten" Kampf gegen Falun Gong vor sich. Die "von dem Kult ausgehende Gefahr für die Gesellschaft und ihre politische Natur" müsse offen gelegt werden. Der Bevölkerung müsse ihre eigene Widerstandsfähigkeit und ihre Rolle beim Schutz der gesellschaftlichen Stabilität bewusst gemacht werden."

Falun Gong plant für das Wochenende Kundgebungen in Hongkong. Am Samstag soll auf einer Demonstration der chinesische Präsident Jiang Zemin aufgefordert werden, die Verfolgung von Falun-Gong-Anhängern in China zu beenden. Am Sonntag soll eine internationale Konferenz stattfinden. In den vergangenen Tagen haben Chinas amtliche Medien massive Kritik an der Bewegung geübt. Ihr wurde unter anderem vorgeworfen, ein Werkzeug westlicher Mächte zu sein, die die Kommunistische Partei stürzen wollten.

Der Vorsitzende der Falun Gong in Hongkong, Kan Hung-Cheung, hatte am Dienstag die Vorwürfe zurückgewiesen. "Alle Anschuldigungen der chinesischen Regierung sind haltlos", sagte er. Die Falun Gong seien nur mit ihren Beschwerden an die Öffentlichkeit getreten, weil die chinesische Regierung gegen die Bewegung vorgehe. "Sich beschweren zu dürfen ist ein Grundrecht des Menschen", sagte er. Es gehe nicht darum, Chinas Macht zu untergraben oder ein Werkzeug des Westens zu sein.

Falun Gong ist eine Mischung aus Meditation, Körperübungen sowie buddhistischer und chinesischer Mystik. Die Bewegung hat nach eigenen Angaben etwa 100 Mill. Mitglieder. Die Regierung spricht von zwei Mill. chinesischen Mitgliedern. China hatte Falun Gong im Juli 1999 verboten und im Oktober zur illegalen Sekte erklärt. In der ehemaligen britischen Kolonie Hongkong, das einen juristischen Sonderstatus hat, ist sie dagegen zugelassen. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen wurden auf dem chinesischen Festland tausende von Anhängern verschleppt und ohne Gerichtsurteil in Lager oder zur Umerziehung geschickt. Zudem sollen Anhänger in der Haft gestorben sein.

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