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20.07.2000

18:19 Uhr

Reuters BERLIN. In der Union ist Kritik an der Entscheidung des sächsischen Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf (CDU) aufgekommen, Altbundeskanzler Helmut Kohl (CDU) auf der zentralen Feier des zehnten Jahrestages der Wiedervereinigung am 3. Oktober nicht reden zu lassen. Nach einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Bericht der Tageszeitung "Die Welt", sagte etwa der stellvertretende CDU/CSU-Fraktionschef Wolfgang Bosbach: "Ich halte den Entschluss für falsch." Kohl müsse reden und die richtigen Worte finden. Man könne Kohl nicht unter Quarantäne stellen. Bosbachs Kollege Günther Nooke betonte, Kohl bleibe trotz seiner Fehler in der Spendenaffäre Kanzler der Einheit.

Die CSU-Abgeordnete Maria Eichborn sagte dem Blatt, es könne nicht sein, dass ausgerechnet der Kanzler der Einheit keine Rede zur Wiedervereinigung halte. Komme er in Dresden nicht zu Wort, solle er zu einer anderen Gelegenheit reden. Auch der als Kohl-Kritiker bekannte CDU-Bundestagsabgeordnete Friedbert Pflüger plädierte für eine Einbeziehung Kohls in die Feierlichkeiten. Dabei gehe es aber in erste Linie nicht darum, ob Kohl eine Rede halten werde oder nicht. Es sei wichtig, den Altkanzler in würdiger Form einzuladen, zu platzieren und zu begrüßen: "Wenn ich Helmut Kohl wäre, würde ich gar nicht unbedingt reden wollen", wird Pflüger zitiert.

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