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07.01.2003

12:26 Uhr

Vorjahres-Rekord verpasst

Skispringen bleibt Quotenrenner für RTL

Der Einbruch kam am letzten Tag. Der Fernsehsender RTL hat bei der Übertragung der letzten Station der Vierschanzentournee die Rekordquote des Vorjahres mit einem Minus von mehr als fünf Millionen Zuschauern deutlich verpasst.

HB/dpa KÖLN/HANNOVER. Durchschnittlich 7,96 Mill. Zuschauern sahen am Montag den Gesamtsieg des Finnen Janne Ahonen, nachdem der Vorjahrestriumph von Sven Hannawald RTL die Traumquote von 13,39 Millionen beschert hatte.

Der entscheidende Unterschied ist der Sendetag. Die Abschlussstation 2002 fiel nicht auf einen Werk-, sondern einen Sonntag. "Da schauen immer mehr zu", sagte RTL-Informationsdirektor Hans Mahr. Vor diesem Hintergrund wird klar, warum Mahr hinter den Kulissen Überzeugungsarbeit leistet, damit möglichst viele der vier Stationen auf Sonn- oder Feiertagen fallen: "Wir haben viel Verständnis geerntet." Mahr verspricht aber: "Wir wollen nichts aufzwingen."

Trotz des Einbruchs am letzten Tag sind die RTL-Macher zufrieden. "An den anderen Tagen war es sensationell, wir sind mehr als zufrieden", schwärmte Mahr. Bei den ersten drei Live-Übertragungen steigerte RTL die Quoten im Vergleich zum Vorjahr. Das Springen in Oberstdorf sahen 8,78 Mill. TV-Zuschauer (Vorjahr 8,11), in Garmisch-Patenkirchen 10,46 (9,4) und in Innsbruck 8,55 (6,8).

Skispringen hat sich als Quotengarant etabliert und teilweise mehr Zuschauer als Fußball-Länderspiele. Doch finanziell lohnt es sich nicht. RTL macht auch in dieser Saison mit dem Gesamtpaket Skisport ein Minus. "Auf Grund des schwierigen Werbemarktes hat sich das nicht geändert", bestätigte Mahr. Um so dringlicher sind für den Kölner Privatsender Änderungen bei der traditionsreichen Tournee.

Zwangsstarts in der Qualifikation für die Stars wie Sven Hannawald, Aufhebung fester Termine und Nachtspringen - so lautet die Wunschliste. Fürsprecher ist der Österreichische Skiverband (ÖSV) mit Präsident Peter Schröcksnadel. Widerstand kommt vor allem aus dem Lager der deutschen Skispringer und Trainer, die anderseits am meisten vom Skisprung-Boom der vergangenen Jahre profitiert haben.

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