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14.03.2003

22:43 Uhr

Vorsicht macht sich breit

US-Börsen schließen wenig verändert

Nach der Kursrally vom Vortag hat sich an den US-Märkten am Freitag wieder Vorsicht breit gemacht. Angesichts neuer schwacher Konjunkturdaten und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit tendierten die Kurse an der Wall Street wenig verändert und ohne einheitlich Richtung.

Reuters NEW YORK. Der Standardwerte-Index Dow Jones schloss mit einem Tagesgewinn von 0,49 Prozent auf rund 7859 Punkte. Dies bedeutet zugleich ein Wochengewinn von 1,55 Prozent. Der technologielastige Nasdaq-Index notierte dagegen marginal um 0,04 Prozent tiefer auf rund 1340 Zähler. Für die Woche ergab sich aber ein Plus von 2,68 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss mit einem Plus von 0,16 Prozent bei 833 Punkten.

Am Markt mache sich wieder Skepsis breit, ob sich die starke Aufwärtstendenz vom Donnerstag fortsetzen könne, sagte Händler Andrew Baker von Wedbush Morgan. Stephen Carl von Williams Capital verwies auf anhaltende Belastungen durch die weltpolitischen Spannungen. Andere Händler sprachen von einer wachsenden Hoffnung, dass in der Irak-Krise baldige richtungweisende Entscheidungen kurz bevorstünden. "Wir kommen einer Lösung im Nahen Osten immer näher", sagte Mike Driscoll von Bear Stearns. "Und die Leute bereiten sich darauf vor."

US-Präsident George W. Bush will am Sonntag mit den Regierungschefs Großbritanniens und Spaniens, Tony Blair und Jose Maria Aznar, das weitere Vorgehen der drei Länder im UNO-Sicherheitsrat abstimmen. Das US-Präsidialamt teilte mit, das Gipfeltreffen finde auf den Azoren statt und sei der letzte Versuch die Irak-Krise diplomatisch zu lösen. Die drei Länder befürworten eine neue Resolution, in der Irak für die Erfüllung der Uno-Abrüstungsauflagen ein Ultimatum von nur wenigen Tagen gestellt werden soll. Die USA hatten zuvor erneut deutlich gemacht, angesichts der Uneinigkeit im Uno-Sicherheitsrat bleibe die Möglichkeit bestehen, auch ohne Unterstützung des Rats und allein auf der Grundlage der schon bestehenden Resolution 1441 die Irak-Offensive einzuleiten.

Bush kündigte zudem die baldige Vorlage eines seit langem erwarteten Friedensplans für den Nahen Osten an. Der Plan werde sofort vorgelegt, wenn ein palästinensischer Ministerpräsident ernannt worden sei.

Den erneuten Rückgang des US-Verbrauchervertrauens bezeichneten Händler als wenig überraschend, zumal die Unsicherheit angesichts der Irak-Krise weiter anhalte. Der von der Universität Michigan ermittelte Index des Verbrauchervertrauens fiel im März auf den tiefsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Der Index ging nach vorläufigen Berechnungen auf 75,0 von 79,9 Zählern im Februar zurück, wie aus New Yorker Finanzkreisen verlautete. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem schwächeren Rückgang auf 77,6 Punkte gerechnet.

Im Blickpunkt standen die Aktien von Autoherstellern, nachdem Ford einen deutlichen Produktionsrückgang im zweiten Quartal vorausgesagt hatte. Ford-Titel fielen gegen den Markttrend gut fünf Prozent auf 6,76 Dollar. General Motors gaben gut 1,8 Prozent auf 32,00 Dollar nach. Zu den starken Gewinnern zählten Adobe Systems Inc, die in Reaktion auf die am Vortag vorgelegten Ergebniszahlen fast acht Prozent auf 30,79 Dollar zulegten.

Am US-Rentenmarkt zogen die Preise für Staatsanleihen nach den Verlusten vom Vortag wieder an. Die 30-jährigen Bonds lagen im späten Handel bei 110-7/32 nach 109-22/32 am Vortag. Die Rendite fiel entsprechend auf 4,71 Prozent. Die zehnjährigen Notes lagen bei 101-13/32 nach 101 Punkte am Vortag. Ihre Rendite ermäßigte sich auf 3,70 Prozent.

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