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07.02.2001

11:23 Uhr

Vorsichtige Investoren warten auf Zahl der Auftragseingänge

Konjunktur-Sorgen belasten den Euro

Der Euro steht auf dem niedrigsten Stand seit einer Woche. Die steigende Arbeitslosenzahl ist mit ein Grund, weshalb Investoren vorsichtig agieren. Nun interessiert die Zahl der Aufträge, die im Dezember vergeben wurden.

Reuters FRANKFURT. Die Furcht der Investoren vor einer konjunkturellen Abkühlung in Europa hat den Euro am Mittwoch weiter belastet und die Währung auf das niedrigste Niveau seit einer Woche abrutschen lassen. Wie schon am Vortag machten die Händler den überraschenden Anstieg der Arbeitslosenzahl in Deutschland für die Verkäufe verantwortlich. Jetzt gelte das Interesse zunächst den deutschen Auftragseingängen für Dezember, die gegen Mittag veröffentlicht werden. Sollten auch diese Daten auf eine konjunkturelle Abschwächung hindeuten, seien weitere Kursverluste des Euro zu erwarten. Gegen 10.40 Uhr MEZ kostete der Euro in Europa 0,9266/68 $ nach einem Schlusskurs von 0,9303/07 $ in New York.

Falls der Euro auch die Marke von 0,9260 $ nachhaltig nach unten durchbreche, sehen Analysten erst bei Kursen von 0,9130 $ die nächste Unterstützung. "Die deutsche Arbeitslosigkeit war ziemlich schlecht. Die Volkswirtschaften der Niederlande und Italiens scheinen auch schwach zu sein, deshalb haben (die Zahlen) die Befürchtung verstärkt, dass die europäische Wirtschaft ihren Höhepunkt bereits überschritten hat", sagte Jun Kato, Manager der Shinkin Central Bank. Die bereinigte Arbeitslosenzahl in Deutschland war im Januar um 7000 gestiegen, während Analysten einen Rückgang um 20 000 zum Vormonat erwartet hatten. Die unbereinigte Arbeitslosenrate war auf zehn Prozent von 9,3 % im Vormonat gestiegen.

An Daten aus der Euro-Zone werden deutsche Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe gegen Mittag erwartet. Dabei prognostizierten die von Reuters befragten Analysten im Durchschnitt einen Rückgang um 1,1 % zum Vormonat nach einem Plus von 0,9 % im November. Da die Auftragseingänge häufig revidiert werden, lagen die Schätzungen der Experten mit einer Spanne von minus 2,5 bis plus 0,5 % weit auseinander. In den USA werden gegen 14.30 Uhr MEZ die Produktivitätsentwicklung außerhalb der Landwirtschaft bekannt gegeben.

Auch der Verkauf von Euro-Anleihen durch japanische Investoren habe zu den Kursverlusten in Asien beigetragen, sagten Händler. Japanische Investoren hätten sich vor dem Ende des Fiskaljahres in Japan zu Gewinnmitnahmen entschlossen. Mittelfristig erwarten die Analysten wichtige Impulse erst von der Rede von US-Notenbankchef Alan Greenspan und dem G-7 Treffen in der kommenden Woche.

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