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16.01.2003

13:14 Uhr

Vorsichtiger Ausblick für 2003

Samsung profitiert vom Handy-Absatz

Der weltgrößte Speicherchiphersteller hat seinen Nettogewinn im Schlussquartal 2002 nahezu vervierfacht. Das Gewinn- und Umsatzplus blieb dennoch hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Reuters SEOUL. Der Nettogewinn sei im vierten Quartal auf 1,5 Billionen Won (etwa 1,23 Milliarden Euro) von 403 Milliarden Won im Vorjahr gestiegen, teilte Samsung am Donnerstag in Seoul mit. Analysten hatten mit 1,8 Billionen Won gerechnet. Der Umsatz kletterte auf 10,72 (Vorjahr 8,5) Billionen Won und damit ebenfalls weniger stark als von Analysten im Schnitt mit 10,9 Billionen Won erwartet. Samsung-Aktien hatten zunächst mit Kursverlusten reagiert, schlossen aber im Plus.

Samsung hat seinen Marktanteil bei Handys innerhalb von zwei Jahren verdoppelt und ist dabei an Siemens und Sony Ericsson vorbeigezogen. Samsung hat sich damit an die Fersen von Marktführer Nokia und dem Branchenzweiten, dem US-Konzern Motorola geheftet. "Die Aussichten für 2003 sind sehr ungewiss, obwohl wir für die zweite Hälfte eine Erholung erwarten", sagte ein Firmensprecher. Samsung wird den Angaben nach seine Investitionen in diesem Jahr um 43 Prozent auf sechs Billionen Won erhöhen. Vor allem in den Halbleiterbereich sollen mehr Mittel fließen. Der Branchenführer bei der Herstellung von Mikroprozessoren für Personalcomputer, Intel, dagegen will in diesem Jahr seine Investitionsausgaben kürzen.

Grund für die schwächer als erwartete Entwicklung im vierten Quartal war den Angaben nach unter anderem eine Sonderbelastung in Höhe von rund 375 Milliarden Won für die Zahlung von Mitarbeiter-Boni. Analysten zeigten sich wenig begeistert von dem Quartalsbericht. "Die Zahlen waren enttäuschend", sagte Seo Jung-Ho von Daehan Investment Trust Management. Nun werde sehr genau auf die Entwicklung im ersten Quartal geachtet.

Samsung bleibt aber auch nach Ablauf des vierten Quartals der einzige profitable größere Hersteller von Speicherchips. Dennoch geht auch an Samsung der Preisverfall für Halbleiter nicht spurlos vorüber. Konkurrenten wie der US-Konzern Micron Technology und Südkoreas Hynix Semiconductor leiden bereits seit längerem unter den gesunkenen Chip-Preisen, welche erheblich auf die Margen drücken. Analysten sagten, der schwache Ausblick für die Branche dürfte noch bis Mitte 2003 auf den Chip-Herstellern lasten.

Samsung - vom schwerfälligen südkoreanische Betrieb mit Billigproduktion in die erste Reihe der globalen Technologie-Player aufgestiegen - profitiert vor allem vom Erfolg seiner Handy-Sparte. Die hochmodernen Mobiltelefone der Südkoreaner mit Farb-Display, Sprach-Wahl und integrierten Kameras eroberten den Markt im Sturm. Zwar sank der Handy-Absatz den Angaben nach im vierten Quartal auf 11,6 Millionen Stück von 11,7 Millionen Stück im dritten Quartal. Im laufenden ersten Quartal 2003 will Samsung aber 13 Millionen Handys verkaufen.

Analyst Chung Chang-Won von Daewoo Securities sagte: "Das optimistische Ziel für den Handy-Absatz hilft, die Sorgen über schwache Umsätze zu mildern."

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