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30.01.2003

13:30 Uhr

Vorsichtiger Optimismus

BMW geht 2003 in die Offensive

Der Autobauer BMW hat 2002 erneut einen Rekordumsatz verbucht und ist trotz der unsicheren Konjunktur und der Krise im Irak auch für das laufende Jahr optimistisch. Analysten erwarten aber ein eher verhaltenes erstes Halbjahr.

Reuters MÜNCHEN. "Insgesamt geht die BMW Group auch im Jahr 2003 von einer erfolgreichen Geschäftsentwicklung aus", teilte der Münchener Konzern am Donnerstag in seinem Aktionärsbrief mit. Hierfür werde unter anderem die Einführung neuer Modelle und Baureihen im laufenden Jahr sorgen. Allerdings rechne BMW erst in der zweiten Jahreshälfte mit einer dynamischeren Entwicklung in den Hauptabsatzmärkten Nordamerika, Asien und Europa. Vom drohenden Irak-Krieg sieht sich auch BMW nicht ganz unberührt: "Unkalkulierbar bleiben die Auswirkungen der zur Zeit angespannten weltpolitischen Lage", hieß es in der Mitteilung.

Der Umsatz stieg 2002 um 9,9 Prozent auf 42,28 Milliarden Euro. BMW habe auch das Ergebnis erneut verbessert und damit den Vorjahreswert übertroffen, teilte der Konzern weiter mit. Konkrete Angaben zum Gewinn 2002 wird BMW voraussichtlich erst auf der Bilanzpressekonferenz am 19. März machen. Die BMW-Aktie notierte gegen Mittag mit 26,98 Euro um 1,17 Prozent im Minus, während der Deutsche Aktienindex um 0,5 Prozent zulegen konnte.

Leichter Umsatzrückgang im Schlussquartal

Anbieter von Luxusfahrzeugen und hochpreisigen Modellen wie BMW oder Mercedes schlagen sich allgemein in der Wirtschaftskrise besser als die Massenhersteller. Allerdings verzeichneten auch die beiden genannten Konzerne zum Jahresende 2002 hin eine schwächere Geschäftsentwicklung.

Ein BMW-Sprecher sagte, der Konzern habe im Schlussquartal einen leichten Umsatzrückgang auf 9,944 (Vorjahreszeitraum: 9,986) Milliarden Euro hinnehmen müssen. Ursache hierfür sei unter anderem, dass der Vergleichswert 2001 wegen der damaligen Einführung des neuen 7er nach oben verzerrt sei. Der Rückgang im Quartal sei vom Markt nicht erwartet worden, sagte WestLB-Analyst Henrik Lier. "BMW bereitet den Markt darauf vor, dass das erste Halbjahr noch mal schwierig sein kann."

BMW wird Ende des ersten Quartals in Europa den Z4-Roadster einführen und in der zweiten Jahreshälfte den Nachfolger des 5er auf den Markt bringen. Zum Jahreswechsel sollen dann das 6er-Coupé und der kleinere Geländewagen X3 folgen. "In diesem Jahr werden wir so viele neue Produkte auf den Markt bringen wie nie zuvor", erklärte BMW-Chef Helmut Panke.

Analysten sehen verhaltenere Entwicklung

Die Produktoffensive macht allerdings deutlich höhere Investitionen nötig und drückte damit bereits im dritten Quartal 2002 auf die Margen - was bei Investoren zum Teil Sorgen auslöste. Seit der Veröffentlichung der Quartalszahlen im November hat die Aktie rund ein Viertel ihres Werts verloren. Im Gesamtjahr kletterten die Investitionen um 15 Prozent auf 4,043 Milliarden Euro.

"Alles an Effekten aus der neuen Modelloffensive wird erst im zweiten Halbjahr kommen", sagte HypoVereinsbank-Analyst Georg Stürzer. "Vor diesem Hintergrund muss man mit einer eher verhalteneren Entwicklung in den ersten beiden Quartalen rechnen." Angesichts des Umfelds sei der Ausblick des Konzerns aber "relativ zuversichtlich". Stürzer zufolge konnte BMW im abgelaufenen Geschäftsjahr im Automobil-Geschäft sogar über den Erwartungen zulegen. Dies deute auf eine Verbesserung des Modellmixes, hin zu noch profitableren Fahrzeugen.

Anfang Januar hatte BMW bereits mitgeteilt, mit 1,057 (0,905) Millionen Automobilen 2002 erstmals in der Firmengeschichte über eine Million Fahrzeuge verkauft zu haben. Hierbei konnte der Konzern vom 2001 eingeführten Mini profitieren, dessen Absatz sich mit 144 119 (24 980) Fahrzeugen fast versechsfachte. Auch der wegen seines Designs zumindest in Deutschland heftig umstrittene neue 7er schlug seinen Vorgänger auf vergleichbarer Basis. Beim auslaufenden 5er Modell musste BMW hingegen ein Absatzminus von über elf Prozent hinnehmen.

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