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29.01.2003

20:00 Uhr

Vorsichtsmaßnahme

Türkei schickt militärische Ausrüstung an Grenze zu Irak

Die Türkei hat einem Agenturbericht zufolge am Mittwoch damit begonnen, militärisches Gerät und Versorgungsgüter an die Grenze zum Nachbarland Irak zu schaffen.

Reuters ANKARA/WASHINGTON. Dies bedeute aber noch nicht, dass sich die Türkei an einem Krieg beteiligen würde, sagte ein Armeesprecher der Nachrichtenagentur Anatolien. "Dieser Transport von Ausrüstung ist eine Vorsichtsmaßnahme und sollte nicht als Hinweis darauf betrachtet werden, dass ein Militäreinsatz nahe bevorsteht oder dass die Türkei daran teilnehmen wird", sagte der Sprecher. Das US-Verteidigungsministerium teilte in seiner wöchentlichen Bekanntmachung die Einberufung weiterer 15 700 Reservisten mit. Viele von ihnen sollten in die Golf-Region entsandt werden.

Der türkische Ministerpräsident Abdullah Gül hatte vor einigen Tagen erklärt, die Türkei erwäge den Einsatz eigener Truppen in einem Irak-Krieg. Dies sei denkbar, wenn sich die Gefahr eines Auseinanderbrechens Iraks abzeichne oder Massaker an der turkmenischen Bevölkerung in dem Land verübt würden. Türkische Truppen sind seit dem Golf-Krieg 1991 im Norden Iraks stationiert.

Dem NATO-Mitglied Türkei kommt eine wichtige strategische Rolle als Aufmarschgebiet für US-Bodentruppen zu. Eine Zusage der Türkei für deren Stationierung steht aber noch aus. Italien erteilte am Mittwoch den USA die Erlaubnis, seine Luftwaffenstützpunkte für Transportflüge in die Golf-Region zu nutzen.

Mit der neuerlichen Einberufung von Reservisten der US-Armee stieg die Zahl der seit den Anschlägen am 11. September 2001 einberufenen Reservisten auf knapp 95 000. Viele von ihnen werden nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums gemeinsam mit mehr als 100 000 Berufssoldaten in die Golf-Region verlegt. Im Golf-Krieg 1991 waren 106 000 Reservisten einberufen worden.

Auch Großbritannien, der engste Verbündete der USA, setzte seine militärischen Vorbereitungen fort. Ein Verband von 15 Kriegsschiffen hielten vor Zypern ein Manöver ab, Soldaten trainierten die Seelandung von Truppen. Das Klima und die zerklüftete Küste der Mittelmeerinsel eigneten sich gut als Vorbereitung für einen Einsatz in Irak, sagte ein Armee-Sprecher. An dem Manöver nahm auch eine kleine Gruppe von Marineinfanteristen der US-Armee teil. Großbritannien hat den USA im Kriegsfall den Einsatz von 35 000 Soldaten zugesagt.

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