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31.03.2003

17:43 Uhr

Vorsichtsmaßnahmen verstärkt

Vierter SARS-Todesfall in Kanada

Kanada hat die Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung der Lungenerkrankung SARS verstärkt, nachdem dort ein vierter Patient gestorben war und weitere Verdachtsfälle bekannt wurden. Bei Symptomen wie Fieber in Verbindung mit Atemnot, Schmerzen in den Atemwegen und schwerem Husten sollten sich Betroffene Schutzmasken vor Mund und Nasen binden und sofort das nächste Krankenhaus aufsuchen, heißt es in einem Aufruf des Gesundheitsministeriums.

Die Menschen in China schützen sich mit Masken gegen den Virus. Bald dürfte sich das Bild in anderen Staaten ähneln. Foto: dpa

Die Menschen in China schützen sich mit Masken gegen den Virus. Bald dürfte sich das Bild in anderen Staaten ähneln. Foto: dpa

HB/dpa TORONTO. In Ontario, der am schwersten betroffenen Provinz, gebe es inzwischen rund 100 potenzielle Verdachtsfälle. Vereinzelt seien auch aus anderen Landesteilen Meldungen über Patienten mit SARS-ähnlichen Symptomen eingegangen. Von der Ausrufung eines allgemeinen medizinischen Notstandes könne aber keine Rede sein, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums von Ontario am Montagmorgen (Ortszeit). Der Sprecher verwies jedoch darauf, dass der Regierungschef von Ontario, Ernie Eves, bereits am vergangenen Mittwoch eine Notfallbestimmung in Kraft gesetzt hat, wonach die Behörden allen Gesundheitseinrichtungen konkrete Vorschriften zur Isolierung und Behandlung von Patienten machen können.

Der Gesundheitsminister von Ontario, Colin D'Cunha, betonte: "Das Risiko einer Ansteckung bleibt für die meisten sehr gering. Es sei denn, sie gehören zu einer der gefährdeten Gruppen." Dies treffe nach bisherigen Erkenntnissen vor allem auf Menschen zu, die in zwei Krankenhäusern von Toronto mit SARS-Patienten direkt oder indirekt in Kontakt gekommen sein könnten.

Das vierte kanadische SARS-Opfer starb den Angaben zufolge am Samstag im York Hospital in Toronto. Ein anderes war zuvor im Scarborough Hospital behandelt worden, das als "Kanadas Epizentrum des Virus" gilt. Beide Krankenhäuser wurden für weitere Patienten sowie für die meisten Besucher gesperrt. Auch fast alle anderen Krankenhäuser in der Region Toronto haben Besuche bis auf weiteres untersagt. Ausgenommen sind Angehörige todkranker Patienten.

Zu den Vorsichtsmaßnahmen in Toronto und Umgebung gehört auch, dass bis auf weiteres alle Operationen, die nicht unbedingt erforderlich sind, aufgeschoben werden müssen. Zugleich wurde die Haus-Quarantäne für hunderte Mitarbeiter der beiden direkt betroffenen Krankenhäuser sowie mehrerer indirekt betroffener Gesundheitseinrichtungen fortgesetzt. Ärzte und Schwestern anderer Kliniken und Praxen wurden aufgefordert, deren Dienste zu übernehmen.

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