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25.07.2000

15:32 Uhr

Vorstand sieht vor allem bilanztechnische Gründe

HDI-Konzern machte 1999 erstmals Verluste

Der Konzern stieg zur Nummer drei unter den deutschen Versicherern auf.

ap HANNOVER. Der Versicherungskonzern Haftplichtverband der Deutschen Industrie (HDI) hat 1999 mit einen Jahresfehlbetrag von 95 Mill. DM (rund 48 Mill. Euro) erstmals rote Zahlen geschrieben. Gleichzeitig setzte der HDI-Konzern mit einem Prämienwachstum von 51 % gegenüber dem Vorjahr seinen Expansionskurs fort und stieg mit einem Prämienaufkommen von 18,2 Mrd. DM zur Nummer drei unter den deutschen Versicherern auf. Der HDI-Vorstandsvorsitzende Wolf-Dieter Baumgartl sprach am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in Hannover von einem "bewusst ausgewiesenen Verlust", den man mit zwei drei Federstrichen in der Bilanz auch hätte vermeiden können.

Der erste negative Jahresabschluss in der Geschichte des Unternehmens gehe auf das weltweite Schadensgeschehen, auf Abschreibungen auf Kapitalanlagen und auf die Vorfinanzierung von Provisionen beim weiteren Ausbau des Lebensversicherungsgeschäfts zurück, sagte Baumgartl. Trotz des ausgewiesenen Verlustes sei er "frohen Mutes". Bei einer Bilanzierung nach den internationalen Regeln für Aktiengesellschaften, liege das Ergebnis des Jahres 1999 etwa auf der Höhe des Vorjahres, in dem der Konzern einen Überschuss von 116 Mill. DM erzielte.

Sein Lebensversicherungsgeschäft will der HDI-Konzern weltweit weiter ausbauen. Durch Neugründungen werde man die Zahl Lebensversicherungstöchter im Ausland in den kommenden drei Jahren von jetzt zwei auf zehn bis 15 erhöhen, sagte Baumgartl. Finanziert werden solle diese Globalisierung unter anderem durch den Verkauf eines weiteren knappen Viertels an der Hannover Rückversicherungs-AG.

Außerdem kündigte der HDI-Vorstandsvorsitzende zum 1. Januar kommenden Jahres eine Trennung zwischen Privatkundengeschäft und den Leistungen für Industriekunden an, die in der Konzernmutter, dem Haftpflichtverband der Deutschen Industrie auf Gegenseitigkeit, zusammengeschlossen sind. Den gesamten Privatkundenbereich solle dann die Tochter Talanx AG übernehmen, mit der man "irgendwann auch an die Börse gehen werde". Die Konzernmutter, der Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit, werde nur noch das Industriegeschäft mit seinen eigenen Mitgliedern behalten.



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