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24.02.2003

07:46 Uhr

Vorstandsentwurf wird im Wesentlichen beibehalten

DVFA verabschiedet Analystenkodex

VonKathrin Quandt (Handelsblatt)

Die Deutsche Vereinigung für Finanzanalyse und Asset Management (DVFA) will ihren neuen Kodex für Finanzanalyse am Dienstag in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung endgültig verabschieden.

FRANKFURT/M. Nachdem der Vorstand den Entwurf zum Kodex bereits im Oktober 2002 vorgelegt hatte, ergeben sich nach einer Anhörungsphase einige geringfügige Neuerungen: So werden die Anforderungen an das Qualitätsmanagement leicht abgeschwächt. Analysen müssen zwar von einem "anderen Analyseunternehmen oder einem selbstständigen Berufsangehörigen" gegengelesen werden, doch von der Kontrolle "kann in den Fällen abgesehen werden, in denen sie aus zeitlichen Gründen nicht möglich ist". Allerdings ist "dies in der Analyse zu vermerken", schreibt der Kodex vor.

Neu ist darüber hinaus eine Passage, die die Vergütung von Analysen betrifft. Grundsätzlich dürfen Analysten dem Kodex zufolge von den Emittenten keine Vergütung annehmen. Um unabhängiges Research zu fördern - schließlich bekommen unabhängige Analysten keine Gehaltszahlungen von Banken -, wird in dem Kodex eine Ausnahme von dieser Regel gestattet. Danach darf ein Analyst eine Vergütung annehmen, wenn der die Analyse ausdrücklich im Auftrag des Emittenten erstellt. Zur Förderung eines unabhängigen Researchs hat die DVFA zudem eine Internetplattform geschaffen, auf der Finanzanalysten ihre Dienste anbieten können. Unternehmen können dann darüber Studien in Auftrag geben. Die DVFA hofft, dass dieses Angebot insbesondere für kleinere Unternehmen interessant ist, die von Analysten in den Banken kaum gecovert werden.

Neu an der Endfassung, die die älteren Standesrichtlinien von 1995 ablöst, ist ferner: Analysten sollen gegenüber den mit ihnen in einem gemeinsam Haushalt lebenden Angehörigen und Partnern Stillschweigen über den Inhalt ihrer Arbeit bewahren. Bislang war nur vorgeschrieben, dass diese Personengruppe - ebenso wie der Analyst selbst - , keine Aktien handeln darf, die der Analyst betreut. Diese Regelung gilt auch für Derivate (Terminmarktkontrakte) auf diese Titel.

Unterm Strich bleibt das Resultat: In einigen Punkten enthält der neu Kodex leichte Veränderungen gegenüber der Ursprungsversion. Allerdings bleibt ein Hauptproblem weiter bestehen: Die Sanktionsmöglichkeiten, die dem Verband zur Verfügung stehen, sind gering. Zum einen kann er nur relativ geringe Geldstrafen verhängen - dabei sind 5 000 Euro die Höchstgrenze- , zum anderen kann die DVFA einen Analysten aus ihrem Verband ausschließen.

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