Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.05.2003

15:24 Uhr

Vorstandsgehälter

Konzerne gegen Zwang zur Offenlegung

Empörung löste Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) mit ihrer Drohung aus, börsennotierte Unternehmen notfalls per Gesetz zum Offenlegen der individuellen Vorstandsgehälter zu zwingen.

Ausgerechnet Schering-Chef Hubertus Erlen, der im vergangenen Jahr als erster Vorstandsvorsitzender eines Dax-Unternehmens seine Bezüge veröffentlicht hatte, sprach sich klar gegen die Zypries-Idee aus: "Ich bin gegen eine weitere gesetzliche Verschärfung der Offenlegung von Vorstandsbezügen. Die Frage der individuellen Veröffentlichung sollte von den Unternehmen entschieden werden, nicht vom Gesetzgeber."

Tatsächlich könnte sich die Drohung der Ministerin als zahnlos erweisen, wie die Politikerin gegenüber der WirtschaftsWoche selbst einräumte: "Es gibt sehr gute Aussichten, dass es auch anders geht. Ich weiß, es gibt einige durchaus ernst zu nehmende Bedenken gegen den individuellen Ausweis der Bezüge. Aber im Grunde wissen doch mittlerweile alle: Das ist der Trend der Zeit, es wird früher oder später kommen". Deshalb, so Zypries einlenkend, warte sie "erstmal ab, ob Gerhard Cromme die individuelle Offenlegung in den Kodex aufnimmt."

Ende Mai hat der Thyssen Krupp-Aufsichtsratschef dazu Gelegenheit. Dann tagt die von ihm geleitete Kommission, die mit der Aktualisierung des Corporate-Governance-Kodex für mehr Transparenz bei der Vergütung sorgen will - allerdings nur über eine freiwillige Selbstverpflichtung. Auch wenn die Kommission sich entscheidet, die Offenlegung der Bezüge als Empfehlung in ihren Katalog aufzunehmen, könnten die Unternehmen also weiter auf Zeit spielen. Bis dahin lässt sich weiterhin nur vage schätzen, was die Vorstände deutscher Unternehmen verdienen.
Das komplette Gehaltsranking der Dax-30-Chefs mit realitätsnahen Schätzwerten ist unter www.wiwo.de/gehaelter zu finden.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×