Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

27.01.2007

11:19 Uhr

Vorteile sichern

Kündigung – was nun?

VonAnke Henrich
Quelle:WirtschaftsWoche Online

Wenn mit Mitte fünfzig die betriebsbedingte Kündigung droht: So schützen Sie Ihre Rente, Krankenversicherung und Steuervorteile.

Bei der Kündigung kommt es auf die Details an.

Bei der Kündigung kommt es auf die Details an.

Gestern noch unersetzlich, morgen betriebsbedingt gekündigt, weil das Unternehmen übernommen wurde, selbst einen Konkurrenten geschluckt hat oder weil es noch mehr Personalkosten sparen will. Wie schnell das geht, damit hatten viele Bezirksfürsten von Allianz, Axa, Deutscher oder Dresdner Bank, Forschungsprofis von Aventis oder Schering, leitende Ingenieure von Siemens oder Telekom nicht gerechnet - jetzt suchen sie gerade einen Anwalt. Im Mittelstand sieht es nicht besser aus. Auch auf Vereinbarungen zur Standortsicherung sollte sich niemand verlassen. So läuft der Vertrag bei der Bayer AG exakt am 30. Dezember 2007 aus. Da bleibt dem Management der Silvestertag, um mit Kündigungen noch vor Jahresfrist den Personalabbau einzuleiten. Bei anderen Unternehmen ist das schon genau so passiert.





 Diskrete Kontaktaufnahme zu Headhuntern und Personalchefs, Jobs für Fach- und Führungskräfte: Melden Sie sich jetzt an!





Wen es mit Mitte bis Ende fünfzig erwischt, der wird von vielen Seiten in die Zange genommen: Die Chancen auf eine neue Stelle nicht überwältigend, für die Rente zu jung - und viele müssen noch den halbflüggen Nachwuchs unterstützen. Eine höchst emotionale Ausgangslage, in der es schwierig ist, mit kühlem Kopf die Aussichten einer Kündigungsschutzklage oder die schwer zu überblickenden Folgen häufig angebotener Optionen wie Abfindung, Altersteilzeit oder einer Auffang- beziehungsweise Beschäftigungsgesellschaft zu prüfen.

Dabei ist eine ganze Reihe von Details zu berücksichtigen, bei einer Klage ebenso wie nach einer vollzogenen Kündigung. Einige davon:

- die Höhe des Arbeitslosengeldes und dessen Verrechnung auf eine Abfindung;
- der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung oder den womöglich für sich selbst und die Familie nicht mehr zu bezahlenden Privattarif;
- die Berufsunfähigkeitsrente nach einer Krankheit oder einem Unfall, die gestrichen wird, weil sich jemand nicht arbeitslos gemeldet hat;
- die Steuerforderung des Finanzamts, die bei einem falschen Detail in der Abfindungsregelung unnötig hoch ausfällt.

Allein auf Hinweise aus der Personalabteilung sollte sich dabei niemand verlassen. Stefan Wingerter, Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz: "Oft sind Mitarbeiter bei anstehenden Kündigungen nicht ausreichend über sozialversicherungsrelevante Dinge informiert. Vielen verschleiert dann auch noch ein hoher Geldbetrag den Blick auf die Folgen."

Die Erfahrung teilt er mit dem Abfindungsspezialisten Joerg Lamberty, Chef der FVP Gesellschaft für Finanzplanung in Köln: "Einige Großunternehmen haben mit hohen Abfindungssummen viele Mitarbeiter aus dem Haus gelockt und die steuerlichen Risiken dabei voll auf sie abgewälzt." Die Fallstricke sollten Sie kennen, auch wenn es auf vermeintlich sicherem Posten um eine scheinbar kleine Änderung im Arbeitsvertrag geht, etwa anlässlich des nächsten Karriereschritts. Und erst recht, wenn die betriebsbedingte Kündigung droht.

» 1. Sie wehren sich mit einer Kündigungsschutzklage
» 2. Sie akzeptieren eine Abfindung
» 3. Sie können in Altersteilzeit gehen
» 4. Das Unternehmen bietet eine Auffanggesellschaft an

» Infotext: Die Details der Kündigung

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×