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27.01.2008

08:45 Uhr

Vorwahl in South Carolina

Obama lässt Clinton weit hinter sich

Bei der Vorwahl im Bundesstaat South Carolina setzte sich Präsidentschaftskandidat Barack Obama deutlicher als erwartet durch. Hillary Clinton holte nicht einmal halb so viele Stimmen wie Obama. John Edwards scheint im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten völlig ins Abseits zu geraten.

Obama feiert zusammen mit seiner Frau Michelle seinen Sieg in South Carolina. dpa

Obama feiert zusammen mit seiner Frau Michelle seinen Sieg in South Carolina.

HB COLUMBIA. Bei der Vorwahl im Bundesstaat South Carolina erhielt Barack Obama nach Auszählung fast aller Stimmen 55 Prozent und verwies seine schärfste Konkurrentin Hillary Clinton mit 27 Prozent auf den zweiten Platz. Dritter wurde mit 18 Prozent der frühere Senator von North Carolina, John Edwards. Obama konnte sich vor allem auf die schwarze Bevölkerung stützen, die mehr als die Hälfte der demokratischen Wähler in dem Südstaat stellen. Die Republikaner hielten ihre Vorwahl in South Carolina bereits vor einer Woche ab. Sieger wurde Senator John McCain.

Clinton räumte in einer Erklärung ihre Niederlage ein. Sie habe Obama zu seinem Sieg gratuliert, erklärte die Senatorin aus New York und richtete ihr Augenmerk schon auf den so genannten Superdienstag. Sie werde für diejenigen, die ihre Arbeit, ihr Haus oder die Krankenversicherung verloren hätten, nach Lösungen suchen, um das Land wieder vorwärts zu bringen. Ein Sprecher Obamas erklärte, die Wähler in South Carolina hätten gezeigt, dass sie eine andere Politik wollten.

Der Wahlkampf in dem Südstaat sah einige der heftigsten Duelle zwischen Clinton und Obama und - wenn auch nur für kurze Zeit - die ersten Wahlwerbespots mit persönlichen Angriffen gegeneinander. Bei einer Fernsehdebatte in Myrtle Beach zogen die Kontrahenten Charakter und Glaubwürdigkeit des anderen in Zweifel. Clinton griff Obama in Werbespots wegen seiner Äußerung an, die Republikaner seien einmal die „Partei der Ideen“ gewesen. Obama revanchierte sich mit dem Vorwurf an die ehemalige First Lady, sie würde „alles tun“, um gewählt zu werden.

Angesichts der Favoritenrolle Obamas in South Carolina hielt sich Clinton in South Carolina mit Wahlkampfauftritten zurück. Sie absolvierte Termine in Kalifornien, Arizona und New Jersey, bevor sie am Donnerstag nach South Carolina zurückkehrte. Seit Beginn der Vorwahlen vor vier Wochen haben Clinton 236 und Obama 136 Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag im August gesammelt. Edwards folgt abgeschlagen mit 50 Delegierten. In South Carlina ging es um 45 Stimmen.

Die Vorwahl in South Carolina am Samstag war die letzte entscheidende Abstimmung bei den Demokraten vor dem „Super Tuesday“ am 5. Februar, wenn in mehr als 20 Bundesstaaten gewählt wird. Dann werde fast das halbe Land „die Gelegenheit haben, mit uns zu sagen, dass wir genug von dem Business-as-usual in Washington haben und hungrig auf einen Wechsel sind“, sagte Obama vor begeisterten Anhängern in der Hauptstadt South Carolinas, Columbia.

Der Sieger der Vorwahlen wird formell bei einem Parteitag im Sommer ausgerufen und tritt dann gegen sein Pendant von den Republikanern an. Die eigentliche Präsidentenwahl ist Anfang November. Amtsinhaber George W. Bush darf nicht mehr antreten.

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