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29.01.2008

14:58 Uhr

Vorwahlen in Florida

Liebesbekenntnise für McCain, Kennedy-Shirts für Obama

VonChristina Otten

Für Rudy Giuliani heißt es jetzt alles oder nichts. Will er weiter auf der Liste der Republikaner für die Präsidentschaftskandidatur bleiben, muss er bei den Vorwahlen in Florida mit vorne liegen. Doch die Umfragen verheißen für ihn nichts Gutes. Und Konkurrent John McCain greift jetzt zu härteren Mitteln.

John McCain kommt auch bei den Republikanern in Florida gut an. Foto: Reuters

John McCain kommt auch bei den Republikanern in Florida gut an. Foto: Reuters

DÜSSELDORF. Mit den Vorwahlen im US-Bundesstaat Florida geht das Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur in eine weitere wichtige Runde. Das Votum nur eine Woche vor dem sogenannten Super-Dienstag mit Abstimmungen in über 20 Staaten wird mit besonderer Spannung erwartet. Wer in Florida siegt, geht gestärkt in die Entscheidungen am 5. Februar.

Zudem steht in Florida das politische Schicksal des früheren New Yorker Bürgermeisters Rudy Giuliani auf dem Spiel. Nach enttäuschendem Abschneiden bei den bisherigen Vorwahlen benötigt er dringend einen Erfolg. Giuliani hatte sich in seinem Wahlkampf vor allem auf den „Sonnenschein-Staat“ konzentriert. Jüngste Umfragen sehen ihn jedoch nur auf dem dritten oder vierten Platz, in etwa gleichauf mit dem religiös-konservativen Mike Huckabee.

Um den ersten Platz kämpfen demnach Mitt Romney und John McCain. Letzterer avancierte zum Liebling zahlreicher renommierter US-Blätter. So hat sich auch die Zeitung „New York Times“ für McCain als Kandidaten der Republikaner ausgesprochen. An Giuliani ließ das Blatt indes kaum ein gutes Haar. Die „New York Times“ beschrieb den langjährigen Bürgermeister ihrer Metropole als „engstirnig, obsessiv geheimnistuerisch und nachtragend“. „Herrn Giulianis Arroganz und schlechtes Urteilsvermögen sind atemberaubend.“

Auch in den amerikanischen Blogs wird eine zunehmende Präferenz für Vietnam-Veteranen McCain ausgemacht. Vom „mutigen“, „starken“ „Kriegshelden“ und „entschiedenen“, „kompetenten“ und „besten Kandidaten für die republikanische Partei“ ist die Rede.

„McCains Rückhalt an der Basis ist groß“, konstatiert politicalinsider.com. „Und die Liebesaffäre der Medien mit ihrem 'Lieblings-Außenseiter ist stärker denn je.“

Doch auch ein „geborener Anführer“ wie McCain geht offenbar lieber auf Nummer sicher. Im Kampf um Florida startete er seine bislang schärfte Attacke gegen Mitt Romney. Via Robocall (Werbeanrufe bei allen mit Telefonnumer registrierten Wählern) ließ er mitteilen, Romneys Ansichten zu Abtreibungen und Homosexuellen-Rechten würden zeigen, dass er Wähler nicht ernst nimmt, denen soziale Themen am Herzen liegen. „Tut uns leid Mitt, du bist bei den wichtigsten Themen nicht nicht vertrauenwürdig – du bist kein Konservativer.“

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