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06.02.2003

10:44 Uhr

Vorwürfe lauten auf Kaufzwang

Angestellte verklagen US-Modeketten

Wegen ihrer strikten Kleidervorschrift sind einige US-Modeketten von ihren Angestellten verklagt worden. Die Beschäftigten der Unternehmen Gap, Abercrombie & Fitch und Polo Ralph Lauren werfen ihren Arbeitgebern vor, sie durch einen "Uniform"-Zwang unter Druck zu setzen.

HB/dpa SAN FRANCISCO. Tausende von Angestellten müssten die modische Ware der Hersteller kaufen und am Arbeitsplatz tragen, heißt es in den Beschwerden. Wie der "San Francisco Chronicle" am Mittwoch berichtete, könnten diese Prozesse weit reichende Folgen für Modegeschäfte haben.

Nach kalifornischem Recht dürfen Geschäfte von ihren Mitarbeitern nur "Uniformen" verlangen, solange die Unternehmen die Kosten dafür übernehmen. Gap und Abercrombie & Fitch müssen sich seit dieser Woche wegen Verstoßes gegen das Arbeitsrecht verantworten. Der Prozess gegen Polo Ralph Lauren wurde bereits im September eingereicht. Klägerin Toni Young, die seit 1997 als Verkäuferin für Polo Ralph Lauren in San Francisco arbeitet, behauptet, sie habe bereits 35 000 Dollar für Polo-Mode ausgeben müssen, um ihren Arbeitsplatz nicht zu verlieren.

Youngs Anwalt, Patrick Kitchin, sagte der dpa, dass sich Hunderte von Beschäftigten der Sammelklage anschließen möchten. Ein entsprechender Antrag sei vor Gericht eingereicht worden. Kitchin zufolge müssen die Geschäfte entweder die Arbeitskleidung stellen oder von Modevorschriften am Arbeitsplatz absehen.

Es sei unzumutbar, dass Verkäufer mit einem niedrigen Einkommen für teure Uniformen aufkommen müssen, sagte ein Gewerkschaftssprecher. Ein Unternehmensbeobachter in New York versicherte dem "Chronicle", dass diese Geschäftspraktiken viel weiter verbreitet sind, als gemeinhin angenommen werde.

Eine Sprecherin von Gap widersprach den Vorwürfen. Gap-Angestellte seien lediglich dazu verpflichtet, einen ähnlichen Stil zu tragen. Gap-Mitarbeiter und Kläger Robert Boleyn dagegen wirft der Modefirma "Nötigung" zum Kauf ihrer Produkte vor. Wer nicht Gap trägt gehe das Risiko ein, seinen Job zu verlieren, meint der Kläger.

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