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24.01.2003

19:55 Uhr

Vorwurf schwerer Patent- und Copyright-Verletzungen

Cisco klagt gegen chinesischen Telekom-Ausrüster

VonRudi Kulzer, Handelsblatt

Vor einem Gericht in Texas hat der Marktführer der Telekom-Netzausrüster Cisco Systems aus San Jose, Kalifornien, seinen chinesischen Konkurrenten Huawei und dessen im vergangenen Jahr gegründeten US-Tochter Futurewei wegen einer Reihe von Copyright- und Verstößen gegen das Patentrecht verklagt.

MÜNCHEN. Telekom-Netzausrüster Cisco Systems versucht sich gegen den zunehmenden Druck eines Konkurrenten aus der Volksrepublik China zu wehren. Vor diesem Hintergrund hat der Weltmarktführer der Telekom-Netzausrüster nach eigenen Angaben gegen den in Shenzhen ansässigen Konkurrenten Huawei und dessen US-Tochter Futurewei beim US-Bezirksgericht von Ost-Texas wegen einer Reihe von Copyright- und Verstößen gegen das Patentrecht Klage eingereicht.

Der konkrete Vorwurf: Die von Huawei gefertigten Quidway-Router seien fast identische Klone vergleichbarer Cisco-Produkte. Router werden in der Kommunikationsbranche Schaltsysteme genannt, die mit verschieden Datenprotokollen arbeiten können. Schon seit einigen Wochen war Fachleuten die auffälligen Ähnlichkeiten der Baureihen Cisco 2600 und Quidway 2620 aufgefallen. Dabei unterbietet Huawei nach Angaben von Heise Online die Preise für Cisco-Router bis zu 50 %. Der chinesische Konzern machte 2001 bereits 11 Prozent seines Gewinns außerhalb Chinas.

Bei den Urheberrechts- und Patentverletzungen handelt es sich in erster Linie um Stelle Ciscos Internetwork Operation System (IOS) und das Command Line Interface (CLI) der Cisco-Router, hieß es in der eingereichten Klage. Zum Beweis haben Ciscos Anwälte die CLI-Kommandozeilen für die beiden Routerfamilien und Ausschnitte aus den fast wortgleichen User Manuals beigefügt.

Durch die Kopie der Kommandozeilen könne Huawei leicht Cisco-Kunden mit dem Argument abwerben, dass wenig in das Erlernen der System investiert werden müsse, so das wichtigste Argument der Klage. Cisco hat nun den sofortigen und dauerhaften Stop des Verkaufs der Qidway-Router beantragt und klagt außerdem auf Schadenersatz in nicht bezeichneter Höhe.

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