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24.01.2003

16:48 Uhr

dpa DARMSTADT/MAINZ. Die Bundeswehr hat im Süden Deutschlands mit der Bewachung amerikanischer Liegenschaften begonnen. "Wir haben heute mit 300 Mann an 13 Standorten in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Hessen begonnen", sagte Oberstleutnant Markus Werther am Freitag vor dem "Stars and Stripes Complex" in Griesheim bei Darmstadt. "Wir sind für 95 Objekte angefragt worden, davon werden wir in den kommenden Wochen rund 60 übernehmen." Insgesamt stünden 2500 Soldaten für den Wachdienst zur Verfügung.

Der Wachdienst werde in enger Absprache mit den Amerikanern und teilweise auch gemeinsam mit US-Soldaten organisiert. Das Kommando bleibe jedoch bei der jeweiligen Nation, erläuterte Oberstleutnant Günther Pusch: "Wir bewachen nach deutschem Recht." Das eingesetzte Personal richte sich nach dem Gefährdungspotenzial, das von den Amerikanern beurteilt werde. Einsatzschwerpunkte befänden sich rund um Kaiserslautern, Darmstadt und Stuttgart. Die deutschen Soldaten seien während ihres Dienstes fast alle in den US-Kasernen untergebracht. "Dort werden sie auch versorgt und bekommen im Notfall medizinische Betreuung," sagte Pusch.

Die amerikanischen Wachsoldaten sollen nach Aussage des US- Oberstleutnant Brian McNerney Zug um Zug in die USA zurückkehren. Diese Maßnahme hänge mit den aktuellen Vorgängen im Irak zusammen. An der guten Ausbildung der deutschen Wachsoldaten gebe es keine Zweifel, so der US-Vertreter: "Wir trauen den Deutschen gute Arbeit zu. Es gibt keine Unterschiede zu unseren Männern."

Die US-Militärstützpunkte in Deutschland können nach Angaben der rheinland-pfälzischen Landesregierung über bestimmte Investitionen nicht mehr selbst entscheiden. "Es gibt seit zehn Tagen eine Haushaltsanweisung, dass größere Baumaßnahmen in Washington zur Überprüfung gemeldet werden", sagte der Beauftragte der Staatskanzlei für Streitkräftefragen, Peter Grüßner, am Freitag in Mainz.

Wolfgang Hofmann, Sprecher des US-Hauptquartiers der Luftwaffe in Europa, kündigte in Ramstein weitere Sparmaßnahmen bei den in Deutschland stationierten US-Streitkräften an. US- Verteidigungsminister Donald Rumsfeld habe vor Fehlinvestitionen in Stützpunkte gewarnt, die langfristig geschlossen werden könnten.

Der verteidigungspolitische Sprecher der Unions-Fraktion, Christian Schmidt, begrüßte die Hilfe der Bundeswehr. Gleichzeitig stelle sich aber die Frage, ob die Einrichtungen der Bundeswehr dann noch ausreichend geschützt seien.

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