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09.01.2001

20:31 Uhr

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Wachstumswerte legen Zwischenspurt ein

Die Wachstumswerte am Frankfurter Neuen Markt haben am Dienstag einen Zwischenspurt eingelegt. Nach den deutlichen Verlusten vom Vortag notierte das junge Marktsegment von Handelsbeginn an im Plus.

dpa/afx FRANKFURT. Der Nemax verbuchte schließlich ein Plus von 3,63 % auf 2.193,23 Zähler. Der alle Werte umfassende Nemax All-Share kletterte um 2,94 % auf 2 298,77 Punkte.

"Das ist nur ein Vorgeplänkel für die Bodenbildung", sagte Guiseppe-Guido Amato, Analyst bei Lang & Schwarz. Trotz der deutlichen Gewinne sei noch keine Trendwende in Sicht. Vielmehr gehörten die starken Schwankungen momentan einfach dazu.

Zu den Favoriten zählten Broad-Vision, die auch an der US- Technologiebörse Nasdaq notiert sind. "Dort gab es am Montag deutliche Gewinne, die nun ihren Nachlauf in Deutschland haben", sagten Händler. Die Aktie verteuerte sich um 24,93 % auf 13,18 Euro.

Dagegen brach der Kurs der Singulus Technologies AG nach einem Vorab-Bericht am Nachmittag um 37,86 % auf 17,40 Euro deutlich ein - ein neues 52-Wochen-Tief, das bislang bei 27,39 Euro stand. Singulus-Chef Roland Lacher hatte in einem Interview mit der "Europäischen Zeitung" gesagt, dass der Hersteller für DVD- und CD-Produktionsanlagen im laufenden Jahr mit einem geringeren Geschäftsvolumen als im Jahr 2000 rechnet. "Rette sich wer kann, war das Motto nachdem die Nachricht über einen möglichen Umsatzrückgang publik wurde", sagte ein Händler einer deutschen Großbank. Singulus kündigte nach Börsenschluss eine Ad-hoc-Mitteilung an.

Starken Schwankungen war der Kurs von EM.TV unterworfen. Nachdem Gerüchte über einen vorzeitigen Rücktritt des Aufsichtsratsvorsitzenden Nickolaus Becker am Markt die Runde gemacht hatten, zog die Aktie um über vier Prozent an. Als jedoch vom Münchner Filmrechtehändler offiziell verkündet wurde, dass Becker im Amt bleibt, bröckelten die Gewinne zwischenzeitlich wieder ab. Am Ende gab es dann doch noch einen Zuwachs um 3 % auf 4,80 Euro.

An der Consors-Aktie ist am Dienstag der Kursspurt vorbei gegangen. Die Online-Bank verlor 5,41 % auf 38,50 Euro. Am Vorabend hatte die Online-Bank bekannt gegeben, dass im vierten Quartal die Zahl der Neukunden um 26.200 auf europaweit 526.000 Kunden gestiegen sei. Die Kunden hätten primär in Wachtumsmärkte investiert, die im vergangenen Quartal einen Wertverlust von über 40 % hinnehmen mussten. Das Depot- und Einlagevolumen der Kunden im 4. Quartal hat sich um rund 20 % von 11,2 Mrd. Euro auf 9,0 Mrd. Euro verringert.

Mit einem Plus von 5,03 % auf 4,80 Euro honorierten die Anleger zuversichtliche Aussagen der Senator Entertainment AG. Hanno Huth, Vorstandsvorsitzender der Senator, hatte in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gesagt, er erwarte für 2001 ein "phantastisches Börsenjahr". Schon im Herbst könne es Engpässe im Kinomarkt geben. Senator selber wolle in diesem Jahr mindestens 40 Filme in die Kinos bringen und damit zu den Marktführern gehören.

Auch die 4MBO International Electronic AG profitierte von einer positiven Nachricht. Die Aktie verteuerte sich um 10,27 % auf 14,39 Euro. Das Plochinger Unternehmen wird künftig Personal-Computer für den Otto-Versand liefern. Neben der Eigenmarke "MBO" fertige das Unternehmen für den Versandhandel auch Geräte unter der Bezeichnung "Schneider".

Das krisengeschüttelte Softwareunternehmen Infomatec setzt seinen Verkleinerungskurs fort. So wurde die Tochtergesellschaft Topsales TS-Informationssysteme in Nürnberg an den Firmengründer und Geschäftsführer von Infomatec verkauft. Im Gegenzug habe Infomatec eigene Aktien zurück erhalten. Die Börse honorierte diesen Verkauf mit einem Plus von 6,15 % auf 1,38 Euro.

Microlog Logistics AG verteuerten sich um 11,31 % auf 62,00 Euro. Das Berliner Unternehmen hat die Fablog-Gruppe und die Kolb Consulting vollständig übernommen. Im laufenden Geschäftsjahr sollen die Neuerwerbungen, die als Systemintegratoren auf die Planung und Implementierung von Logistiksystemen spezialisiert sind, zusammen gut 7 Mill. Euro zum Konzernumsatz beitragen. Für das Jahr 2001 plant der Microlog-Konzern einen Umsatz von rund 140 Mill. Euro.

Die GPC Biotech AG wird künftig gemeinsam mit dem Forschungslabor von Boehringer Ingelheim in Kanada an der Entwicklung von Medikamenten gegen das so genannte Papillomavirus arbeiten. Bei der Suche nach Angriffspunkten bei der Therapie erhalte GPC für die Nutzung der Technologien sowie für etwaige Erfolgsprämien bis zu 30 Mill. $, teilte das Unternehmen am Morgen mit. Im Erfolgsfall sei GPC zudem am Produktumsatz beteiligt. Die Aktie verteuerte sich um 13,56 % auf 21,69 Euro.

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