Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

09.01.2003

10:15 Uhr

Wählergunst für Likud schwindet

Korruptionsvorwürfe schaden Scharon massiv

Die jüngsten Korruptionsvorwürfe gegen den israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon haben seiner Likud-Partei knapp drei Wochen vor der Parlamentswahl nach Meinungsumfragen dramatische Stimmenverluste beschert. Danach kann der Likud bei der Wahl am 28. Januar nur noch mit 27 bis 30 Mandaten rechnen.

HB/dpa TEL AVIV. Vor einem Monat hatten Meinungsforscher Scharon bis zu 40 der 120 Knessetmandate prognostiziert. Nach einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage der Zeitung "Haaretz" laufen die Likud - Partei und der rechte Parteienblock nun Gefahr, ihre Parlamentsmehrheit zu verlieren. Der Befragung zufolge würde der rechte Block insgesamt noch knappe 61 der 120 Knesset-Sitze gewinnen.

"Haaretz" hatte am Dienstag berichtet, dass gegen Scharon polizeiliche Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Millionenkredit liefen, den der Regierungschef von einem Freund aus Südafrika zur Rückzahlung von illegalen Wahlkampfspenden erhielt. Im Zusammenhang mit diesem Kredit soll Scharon vor der Polizei die Unwahrheit gesagt haben. Scharon wies die Berichte als "widerwärtiges politisches Komplott" zurück, das er durch Dokumente widerlegen werde.

Nach einer von "Haaretz" veröffentlichten Umfrage gewinnt Likud nur noch 27 der Sitze, vier weniger als in der Vorwoche. Die Arbeitspartei steigt dagegen von 22 auf 24 Sitze. Vor etwas mehr als einem Monat hatte der Abstand zwischen den beiden Parteien noch bis zu 14 Mandate betragen, als dem Likud noch über 41 Mandate prognostiziert wurden. Auf Platz drei rangiert jetzt die betont säkulare Schinui-Partei mit 17 Mandaten, das sind drei mehr als in der Vorwoche. Die bislang drittstärkste Partei, die ultra-orthodoxe Schas, folgt mit 13 Sitzen. Mitarbeiter des Likud sagten am Mittwochabend, nur ein "dramatischer Schritt" könne das katastrophale Abrutschen der Partei stoppen und die Wählergunst zurückgewinnen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×