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16.07.2000

16:35 Uhr

Währungshüter betont Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank

Bundesbankpräsident Welteke übt heftige Kritik an Fabius

Bundesbankpräsident Ernst Welteke hat den französischen Wirtschafts- und Finanzminister Laurent Fabius heftig kritisiert. Dessen Äußerung, die europäische Politik solle der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Inflationsziel vorgeben, stehe nicht in Übereinstimmung mit dem Maastrichter Vertrag und der darin garantierten Unabhängigkeit der EZB.

DÜSSELDORF. Hilfreich wäre es, wenn sich jeder auf seine ureigenen Angelegenheiten konzentrieren würde, sagte Welteke im Gespräch mit dem Handelsblatt. Die von Paris angestoßene Diskussion hält der Bundesbankpräsident für "völlig überflüssig". Die Unabhängigkeit der Zentralbank dürfe nicht angetastet werden. Der EZB-Rat werde dazu bei Gelegenheit noch die passenden Worte finden, versicherte Welteke.

Zur Diskussion um eine zentrale europäische Banken-, Versicherungs- und Wertpapieraufsicht sagte Welteke, dafür sei es "noch viel zu früh", die Voraussetzungen seien noch nicht gegeben. Zunächst bedürfe es unter anderem eines europäischen Kreditwesengesetzes, dann könne man an eine Finanzaufsicht denken. Er warnte vor einer bürokratischen Superbehörde.

Welteke ist optimistisch, dass das Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen in die Bundesbank integriert wird: "Gute Argumente werden sich durchsetzen, und wir haben die guten Argumente." Eine selbstständige Bankenaufsicht mit eigenständiger Organisation und Führung lehnt er ab. Die Bankenaufsicht solle wie bei anderen Notenbanken als Abteilung geführt werden, für die ein Direktoriumsmitglied zuständig sei.

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