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06.02.2003

13:35 Uhr

Wagnis- und Private-Equity-Neuinvestitionen gesunken

Beteiligungsbranche sieht keine Besserung

Der deutsche Beteiligungsmarkt wird sich nach dem starken Rückgang 2002 nach Einschätzung des Branchenverbands auch 2003 noch nicht deutlich erholen.

Reuters BERLIN. "Nach wie vor liefert die gegenwärtige Entwicklung keine Anzeichen für eine wesentliche Besserung in 2003", erklärte der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) am Donnerstag in Berlin bei der Vorlage seiner Jahresbilanz 2002. Wagnis- und Private Equity-Neuinvestitionen in deutschen Unternehmen sanken dem BVK zufolge 2002 um 40 Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro und kehrten damit auf das Niveau von 1999 zurück. Besonders Firmengründer bekamen die Risikoaversion der Investoren zu spüren.

Große Totalverluste führten dazu, dass das gesamte Portfolio der 196 Verbandsmitglieder nur unwesentlich auf 16,8 Milliarden Euro wuchs. Eine Erholung bei den Börsengängen sieht der Verband derzeit nicht. Wenn überhaupt, visierten Firmen ihren Börsenauftritt für 2004 an.

Knapp 70 Prozent der direkten BVK-Investitionen im vergangenen Jahr waren Erstengagements, der Rest Folgeinvestitionen. Mit knapp 45 Prozent machten dabei Aufkäufe (Buyouts) den Hauptanteil aus. Deren Anteil stieg im letzten Vierteljahr sogar auf fast zwei Drittel der Bruttoinvestitionen und trieb die Neuinvestitionen im vierten Quartal auf 768 (drittes Quartal 490) Millionen Euro.

Entgegen den Erwartungen des BVK stieg die Finanzierung von Expansionen nicht deutlich und belief sich auf 28 Prozent der Investitionen. Der Verband beklagte, dass der deutsche Mittelstand trotz der Zurückhaltung von Banken bei der Kreditvergabe meist noch nicht bereit sei, Investoren aufzunehmen. "Im Mittelstand ist der Leidensdruck offenbar noch nicht groß genug", sagte BVK-Geschäftsführer Holger Frommann.

Traditionelle Branchen wie Maschinenbau und Chemie zogen 2002 den größten Teil der Mittel an, während Investitionen in der Technologiebranche weiter abnahmen. Rund die Hälfte der Portfolio-Abgänge von insgesamt 1,9 Milliarden Euro entfiel 2002 auf Totalverluste.

Auf längere Sicht bleibt der Verband jedoch optimistisch. "Wir sind zuversichtlich, langfristig wieder ein Wachstum von 20 bis 30 Prozent pro Jahr zu erzielen", sagte der BVK-Vorstandsvorsitzende Werner Schauerte. Derzeit stünde neben den schwachen Kapitalmärkten auch die Rechtsunsicherheit bei der Besteuerung von Investitionen dem Einwerben von Investitionen, dem Fundraising, im Wege.

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