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04.01.2008

08:34 Uhr

DES MOINES. Als David Campbell sieht, wie sich die Cafeteria an der Saydel High School in Des Moines immer mehr füllt, kommt der gewichtige Mann doch etwas ins Schwitzen. Campbell leitet die Wahl an diesem Abend im Wahlkreis 513 Saylor 3. Doch mit so viel mehr Wählern hatte der Demokrat nicht gerechnet. Als die Abstimmung endlich beginnt, sitzen und stehen dicht gedrängt knapp 200 Wähler um die Tische ihres favorisierten Kandidaten. Das sind etwa doppelt so viele wie vor vier Jahren – und darunter haben sich alleine 50 Demokraten neu registrieren lassen. Was es zeigt ist vor allem eines: Dieser Caucus 2008 in Iowa ist wichtig. Wichtiger womöglich als alle anderen zuvor.

Gleich zu Beginn sind die Machtverhältnisse geklärt. Überwältigend ist die Unterstützung für Hillary Clinton, gut für John Edwards und mäßig für Barack Obama. Anders als später die landesweiten Resultate deuten die Ergebnisse in der Highschool auf einen klaren Sieg für die ehemalige First Lady hin. Vor allem die Älteren sind es, die für sie stimmen. Sie wollen keine radikalen Veränderungen, aber sie wünschen sich mehr Sicherheit – und Erfahrung. So wie der 76-Jährige Herbert Hicks. „Die Clinton-Jahre waren gut für die USA“, sagt er. „Und das soll so weitergehen“. Hillary verkörpert all diese Wünsche. Und die Tatsache, dass sie mit ihrem Mann Bill einen profunden Experten und Charismatiker an der Seite hat, hilft gewaltig.

John Edwards hat hier im Nordosten von Des Moines ebenfalls viele Anhänger. Es sind Leute in ihren 40igern und 50igern, die glauben, dass das Establishment in Washington schädlich ist für die USA. Edwards, der vor vier Jahren bereits mit einem guten zweiten Platz abgeschnitten hat, propagiert genau dies: Den Lobbys die Grundlage zu entziehen. Enttäuschung herrscht dagegen im Obama-Lager. Zu wenige junge Wähler können an diesem Abend mobilisiert werden, um auch in diesem Wahlkreis das zu schaffen, was am Ende in Iowa gelingen sollte: Einen großen Sieg einzufahren. Der Wahlkreis wird schließlich gerade einmal einen Delegierten zum nächsten Wahlkonvent entsenden.

Wenig später aber werden gerade sie aber Grund zur Freude haben. Denn Obama wird nur Stunden später in Des Moines mit seiner ganzen Familie auf dem Podium stehen und als Sieger strahlen. Der 46-Jährige Herausforderer hat den ersten wichtigen Erfolg eingefahren. Ab jetzt wird der Obama-Express richtig auf Touren kommen.

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