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16.07.2000

15:45 Uhr

Wahrscheinlich keine neuen Einzelheiten zur Abwicklung der Fusion

Deutsche Börse legt am Montag Fusionsbericht vor

Die Deutsche Börse AG legt am Montag ihren Aktionären den Vorstandsbericht über die geplante Fusion mit der Londoner Börse vor. Am Vormittag will sie das Dokument auf einer Pressekonferenz in Frankfurt veröffentlichen, wie die Börse am Wochenende mitteilte.

Reuters FRANKFURT. Die beiden Aktienmärkte wollen ihre im Mai angekündigte Verschmelzung zur Börse iX noch in diesem Jahr abschließen. Standardwerte sollen demnach künftig in London, Wachstumswerte in Frankfurt gehandelt werden. Der Präsident der Landeszentralbank (LZB) in Hessen, Hans Reckers, forderte abermals, die Betreibergesellschaft des künftigen gemeinsamen Neuen Markts solle ihren Sitz in Frankfurt einnehmen.

An der Pressekonferenz in Frankfurt (10.30 Uhr MESZ) nehmen unter anderem Deutsche-Börse-Vorstandschef Werner Seifert und Vorstandsmitglied Volker Potthoff teil. Die London Stock Exchange (LSE) werde den Bericht ihrerseits an die LSE-Aktionäre verteilen, teilte die Deutsche Börse mit. Am Freitag war aus Branchenkreisen in Großbritannien verlautet, die LSE wolle mit der Veröffentlichung des Berichts auch kleine und mittelgroße Börsenmakler für die geplante Börsenfusion gewinnen. Allerdings würden darin wahrscheinlich keine neuen Einzelheiten zur Abwicklung ("Clearing und Settlement") der geplanten neuen Großbörse iX stehen. Gerade solche Fragen stünden aber im Mittelpunkt der Diskussion über den Zusammenschluss am Finanzplatz London.



Vorbehalt von Aktienhändlern

Kleine und mittelgroße Aktienhändler an der LSE haben unter Verweis auf offene Fragen bei der Fusion Vorbehalte angemeldet. Kleinere Vermögensmanager und Aktienhändler befürchten zudem höhere Kosten, die durch eine Umstellung des Londoner Handelssystems Set auf Xetra auf sie zukommen könnten. Die Hauptversammlung der Londoner Börse will im September über die geplante Börsenfusion abstimmen. Für das Gelingen der Fusion ist dort eine Mehrheit von 75 % nötig.



Forderung nach Korrekturen zugunsten des Standorts Frankfurt

Reckers wiederholte in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" seine Forderung, die Vertriebsgesellschaft für Neue-Markt-Werte in Frankfurt anzusiedeln. Nach bisherigem Verhandlungsstand ist ihr Sitz in London vorgesehen, obwohl die Wachstumswerte in Frankfurt gehandelt werden sollen. "Ich fände es wichtig, dass diese Sitzentscheidung zugunsten von Frankfurt korrigiert wird", sagte Reckers. Er mahnte zudem an, alle Dienstleistungen für Börsengeschäfte mit der iX von Frankfurt aus zu ermöglichen. "Dann wird die Börsenfusion auch nicht von Nachteil sein." Reckers hatte die geplante Fusion in der Vergangenheit als "bittere Pille" für den Standort Frankfurt bezeichnet.

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