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03.01.2002

15:12 Uhr

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Wall Street: Enttäuschender Arbeitsmarkt drückt auf die Kurse

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Ein Vorgeschmack auf die Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden, hat den Futures am Donnerstagmorgen einen Dämpfer versetzt. Eine halbe Stunde vor der Glocke steht der S&P 500 mit einem Punkten im roten Terrain und lässt einen Handelsstart im Minus erwarten.

Einen Tag vor Bekanntgabe der Arbeitslosenquote und der Wochenarbeitszeit, zwei der wichtigsten Indikatoren über den Zustand der US-Konjunktur, steht fest, dass die Anzahl der Erstanträge auf Arbeitslosigkeit in der letzten Dezemberwoche erneut um 36.000 auf 447.000 gestiegen ist. Das ist deutlich schlechter als die Auguren der Wall Street erwartet hatten - sie hatten mit keiner Veränderung gerechnet.

Das neue Jahr hatten die US-Märkte am Mittwoch mit ersten Gewinnen eingeläutet. Der Dow Jones legte 51 Punkte oder ein halbes Prozent zu und schloss auf 10.073 Punkten. Die technologie-orientierte Nasdaq verbesserte sich um 29 Punkte oder 1,5 Prozent auf 1979 Punkte. Damit haben die US-Märkte eine wichtige psychologische Hürde genommen: Denn die ersten drei Handelstage gelten als Indikator für das ganze Jahr. Stehen an den Tagen bis zum Wochenende Gewinne zu Buche, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Jahr einen Aufschwung bringe, sagen die Auguren.

Meist gehandelte Aktie ist am Morgen das Papier von EMC . Die Analysten von Goldman Sachs meinen, dass die Umsatzprognosen einiger Hardware-Unternehmen wurden für das vierte Quartal zu stark nach unten geschraubt worden seien. EMC, einen der Marktführer für Speichertechnologie, dürfte die Erwartungen wohl in bezug auf den Gewinn pro Aktie wohl übertreffen. Die Aktie von Salomon Smith Barney auf "kaufen" aufgestuft. EMC legt vor der Glocke 6,4 Prozent zu. Um 0,5 Prozent verbessert sich Sun Microsystems. Hier sollten Umsatz- und Auftragsentwicklung über den Prognosen liegen. Allerdings, so Goldman Sachs, könnten die Gewinnmargen enttäuschen, und so drohen die Ertragsschätzungen verfehlt zu werden. Bei dem Dow Jones Wert IBM sei die Lage gemischt, dennoch könne man mit den Ertragsprognosen leben. IBM notiert stark behauptet.

Der Industrie- und Chemieriese Dow Chemical verliert vorbörslich 3,5 Prozent. Zwar stuft Merrill Lynch den Titel am Donnerstag vor der Börseneröffnung auf "aggressiv kaufen" auf - doch sprach das Unternehmen Minuten später eine Ertragswarnung aus. Man werde nicht in der Lage sein, die erwarteten 13 bis 20 Cents Gewinn pro Aktie im vierten Quartal einzuhalten. Schwache Nachfrage in einigen Segmenten und anhaltender Druck auf die Gewinnmargen in den Bereichen Grundchemie und Plastik machen dem Konzern zu schaffen.

Auch der Online- und Medienriese AOL Time Warner sorgt am Morgen für Gesprächsstoff auf dem New Yorker Parkett. Die Nachrichtenagentur AP berichtet über eine Sicherheitslücke im Chat-Programm des Internet-Providers. AOL will das Problem in den nächsten zwei Tagen behoben haben. Das ganze belastet die Aktie nicht, da sich die Analysten der UBS Warburg sehr positiv zu den Zukunftsaussichten von AOL äußern. Sie rechnen für das Jahr 2002 mit einem Kundenwachstum von elf Prozent. Wenige Tage vor einer Analystenkonferenz gewinnt AOL vorbörslich ein knappes Prozent.

Mit Disney steht am Morgen ein weiterer Medienriese auf der Gewinnerstraße. Die Analysten der ABN Amro sagen, das Unternehmen habe in seiner Branche die besten Chancen auf eine Erholung im Rahmen einer Verbesserung der gesamtkonjunkturellen Lage. Sie stufen das Papier von Disney auf "kaufen" auf und übergewichten gleichzeitig Medienaktien im Musterdepot.

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