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07.01.2002

15:12 Uhr

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Wall Street: Futures deuten auf weiter kletternde Kurse

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Grün, grün, grün ist alles was ich mag ... auch zu Beginn der zweiten Handelswoche des neuen Jahres deuten an der Wall Street alle Futures ins Plus. Dow Jones und der marktbreitere S&P 500 stehen mit gut einem Punkt in positivem Terrain, die Nasdaq notiert mit einem Plus von 16 Punkten.

Schon die erste (kurze) Handelswoche des neuen Jahres war vielversprechend zu Ende gegangen: An den ersten drei Handelstage des neuen Jahres hat der Dow Jones Index 2,3 Prozent zugelegt, die Nasdaq 5,5 Prozent. Glaubt man nun der Bauern- - pardon: Börsenregel -, wonach die ersten drei Handelstage die Tendenz für den Januar, der Januar wiederum die Tendenz für das Jahr vorgebe, dann dürfen sich die Anleger freuen. Die waren mit einem Wunsch in die Woche gestartet: "Im neuen Jahr muss alles besser werden" - und der Markt ist auf dem besten Weg dazu.

Zwei Branchen, denen in dieser Woche besonderes Augenmerk sicher sein dürfte, sind Automobil und Computer. Am Morgen hat ihn Detroit die Auto Show geöffnet - die Stimmung ist trübe. Gerüchte um weitere Job- und Produktionskürzungen bei Ford machen Industrie und Investoren zu schaffen. Und dass die Branche vor einem schwierigen Jahr steht, ist auch nach den Rekordzahlen von vergangener Woche kein Geheimnis mehr. Im Gegenteil: In den überragenden Verkaufszahlen liegt die eigentliche Problematik. Mit günstigen Null-Prozent-Finanzierungsangeboten und großzügigen Rabatten nach dem 11. September haben die Unternehmen nicht nur die Gewinnmargen beschnitten, sondern auch die Nachfrage künstlich angefacht - auf Kosten der Nachfrage im laufenden Jahr. Die Aktien von General Motors , Ford und DaimlerChrysler notierten vorbörslich schwach behauptet.

Am morgigen Dienstag wird in San Francisco die MacWorld öffnen. Doch ob dort vorgestellte Neuheiten wie eine flachere Version des iMac die Aktie des größten Ausstellers Apple noch beflügeln können, ist fraglich. In den vergangenen drei Tagen hat Apple bereits satte sieben Prozent zugelegt. Die Analysten von Lehman Brothers gibt sich am frühen Morgen "vorsichtig". Das Papier notiert am Montagmorgen schwach behauptet.

Ein Upgrade stützt hingegen die Aktie des großen Gegners Microsoft . Die Experten der ABN Amro empfehlen, die Aktie des Branchenriesen zu "kaufen". Sie erwarten ein allgemein günstigeres IT-Umfeld vor allem in der zweiten Jahreshälfte 2002, außerdem steigende Nachfrage nach der WinXP-Serie. Die ABN Amro senken die Gewinnerwartungen für das zweite Quartal und erhöhen die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal um jeweils acht Cent. Sie setzt das Kursziel für Microsoft von 80 Dollar auf 85 Dollar. Microsoft legt vor Handelsbeginn zeitweise zwei Prozent zu.

Der Software-Programmierer Vignette ist hingegen mit einem Minus von 25 Prozent der größte Verlierer vor Handelsbeginn. Das Unternehmen hat die Gewinnerwartungen für das zweite Quartal gesenkt. Statt einem moderaten Plus von zwei Cent pro Aktie rechnet man nun mit einem Verlust zwischen vier und sechs Cent pro Papier.

Die Aktie von Intel gewinnt vor der Glocke mehr als ein Prozent. Der Chip-Gigant stellt am Mittag seinen neuen Pentium 4 Chip vor - den schnellsten der Welt. Der neue Pentium 4 arbeitet mit 2,2 Gigahertz und verhilft Intel erneut zu einem Vorsprung gegenüber dem stärksten Konkurrenten Advanced Micro Devices. Zum Chip liefert Intel das 845 Chipset, das den Super-Semi mit dem Computer verbindet, und mit Double-Data-Rate (DDR) arbeitet, einem System das wiederum AMD seit einem Jahr auf dem Markt hat.

Bei Dell und Compaq gibt es am Morgen bereits die ersten Computer mit der neuen Ausrüstung zu kaufen. Beide Unternehmen legen vorbörslich etwa drei Prozent zu - allerdings unabhängig von der Intel-Innovation. Compaq profitiert vielmehr von einem Upgrade der Lehman Brothers, die das Papier auf "aggressiv kaufen" heraufstufen, Dell wird von Robertson Stephens auf "kaufen" gesetzt.

Zu den meist gehandelten Aktien gehört am Morgen das Papier des Biotech-Unternehmens Imclone Systems, das fast zwanzig Prozent verliert. Die Analysten von JP Morgan haben das Papier von "kaufen" auf "Marktperformer" abgestuft, nachdem Branchenberichte den Eindruck erwecken, als hätte das Unternehmen Schwierigkeiten mit dem Krebsmittel Erbitux. Imclone muss seinen Antrag auf Marktzulassung offenbar noch einmal überarbeiten und wird dies vor der zweiten Jahreshälfte 2002 wohl nicht schaffen.

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