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02.01.2002

22:34 Uhr

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Wall Street kriegt die Kurve: US-Indizes holen erste Gewinne des neuen Jahres

VonWALL STREET CORRESPONDENTS

Lange hatte es nicht so ausgesehen, als könnten die beiden großen Indizes aus dem roten Bereich klettern, doch zur Schlussglocke schafften es die Märkte doch. Der Dow Jones legte am ersten Handelstag des neuen Jahres 51 Punkte oder ein halbes Prozent zu und notiert auf 10.073 Punkten. Die technologie-orientierte Nasdaq verbesserte sich um 29 Punkte oder 1,5 Prozent auf 1979 Punkte.

Damit haben die US-Märkte eine wichtige psychologische Hürde genommen: Denn dem Neujahrswunsch der Börsianer - "Dieses Jahr muss alles besser werden" - ist man nun einen Schritt näher. Die ersten drei Handelstage gelten als Indikator für das ganze Jahr. Stehen an den Tagen bis zum Wochenende Gewinne zu Buche, sei die Wahrscheinlichkeit groß, dass das Jahr einen Aufschwung bringe, sagen die Auguren.

Der erste Handelstag 2002 hatte nicht schlecht begonnen. Der nationale Einkäufer-Index, der nun ISM heißt, stieg im Dezember auf 48,2 Punkte und schlägt damit die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten um 2,2 Punkte. Allerdings bezeichnet ein Wert unter 50 Punkten noch immer einen Rückgang der Geschäftsaktivitäten. Der Indikator für Auftragseingänge stieg auf 54,9 Punkte. Vorsichtig gibt man sich bei Merrill Lynch in der Bewertung der Daten. Analyst Bruce Steinberg warnt, es müsse sich nun keineswegs gleich ein Wirtschaftswachstum einstellen. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im ersten Quartal bestenfalls leicht positiv sein. Erst im zweiten Halbjahr sei mit deutlich stärkeren Wachstumsraten zu rechnen.

Den Dow Jones Index, der über weite Strecken im roten Bereich notiert hatte, stützten zuletzt die Aktien von Hewlett-Packard, Intel und Disney, die zwischen 3,5 und 5,4 Prozent zulegen konnten. Papiere des Telefonriesen AT&T profitierten von einem Upgrade der Analysten von Merrill Lynch, die Aktie legte drei Prozent zu. Schwach blieben die Aktien der Industrie-Multis. Eastman Kodak, Honeywell, United Technologies und 3M beendeten den ersten Handelstag 2002 im Minus.

Mit 2,9 Prozent im roten Bereich ging die Aktie von Tyco aus dem Handel. Der nicht im Dow Jones enthaltene Industriekonzern soll Gerüchten zufolge Probleme mit der Börsenaufsicht SEC haben. Das Management dementierte am Mittwoch, ohne den Kurs damit noch beeinflussen zu können.

Zu den größten Verlieren des Tages gehörte die Aktie von K-Mart. Mehr als 13 Prozent gab das Papier ab, nachdem die Analysten von Prudential Securities das Papier von "halten" auf "verkaufen" abgestuft hatten. Sie halten einen Bankrott für sehr wahrscheinlich. Die Tatsache, dass K-Mart trotz eines 110-Stunden-Verkaufsmarathons über Weihnachten nur am unteren Ende der prognostizierten Umsätze liegt, beschönigt das Bild des Unternehmens nicht.

Der Handel an der Technologiebörse wurde am Mittwoch von drei Branchen dominiert: Die Aktien der Netzwerkbranche legten 5,5 Prozent zu, die Hardwarehersteller gewannen fünf Prozent, und der Chipsektor verbesserte sich um 4,5 Prozent. Redback Networks führte den Netzwerk-Sektor mit einem Plus von 20 Prozent an, nachdem die Analysten von Morgan Stanley die Aktie positiv bewertet. Die Umsätze des Unternehmens seien den Prognosen deutlich voraus, urteilen die Experten, die das Kursziel für Redback auf fünf Dollar bestätigen.

Dem Chipsektor half die Nachricht, dass die Absätze im November um 1,6 Prozent auf 10,6 Milliarden Dollar gestiegen seien. Während in den USA kein Plus zu verzeichnen war, kletterten die Chipverkäufe in Europa um fünf Prozent und in Asien um 2,5 Prozent. Der Chipriese Intel legte 4,8 Prozent zu, obwohl die Analysten der Bank of America bei der Beurteilung der Aktie zur Vorsicht raten. Während die Investitionsaufwendungen auf einem 15-Jahres-Hoch sind, liegt die Kapitalrendite auf einem 15-Jahres-Tief.

Was die Nasdaq hingegen belastete, war die Schwäche im Biotech-Sektor. 1,6 Prozent gab die Branche nach, und das ausgerechnet nachdem sie zum Jahreswechsel im Nasdaq 100 auf Kosten einiger Tech-Verlierer wie Palm und Ariba aufgewertet wurde. Gilead bricht um 6,5 Prozent ein, Myriad verliert 4,3 Prozent.

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