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30.01.2003

09:29 Uhr

Wall Street: Nachbörslich notiert

Drohender Irakkrieg und AOLs Rekordverlust

Von© Wall Street Correspondents, Inc.

War?s das? - Hat die Wall Street mit einem Absturz am Mittwochmorgen und einer Rallye am Nachmittag die Rede von George W. Bush absorbiert? Wohl kaum. Die US-Börsen dürften sich am Mittwoch noch einmal erholt haben, weil nach der mehr oder weniger deutlichen Kriegserklärung ein Stück Unsicherheit aus dem Markt gewichen war, eine gute Nachricht war die Ansage an den Irak aber dennoch nicht.

Immer mehr Amerikaner - und darunter auch Börsenexperten - fürchten, dass ein Militärschlag gegen den Irak nicht ganz so reibungslos abgehen könnte wie die Regierung plant. Nichts anderes ist aber in den Markt eingepreist, und so wird die Ungewissheit über einen Krieg nicht gänzlich verschwinden, sie wird nur der Ungewissheit darüber Platz machen, wie lange und wie teuer ein Krieg wird und was dessen kurz-, mittel- und langfristige Folgen sind.

Dazu beitragen tut bereits das laute Säbelrasseln der Regierung Bush, das von Saddam Hussein längst beantwortet wird. Während Außenminister Colin Powell noch einmal endgültige Beweise für die imminente Gefahr aus dem Irak ankündigte, hielt sich Kriegsminister Donald Rumsfeld nicht lange mit Geplänkel auf. Er forderte ein ultimativ letztes Mal die militärischen Führer im Irak zur Befehlsverweigerung auf und droht mit schlimmsten Konsequenzen für den Fall, dass man Massenvernichtungswaffen gegen den Irak einsetzen würde. Dort quittierte man die Drohung mit der Ankündigung, man werden "dem amerikanischen Volk den Hals brechen", wenn die USA in den Irak einmarschiere.

Dass der Markt vor diesem Hintergrund weiter zulegen kann ist mehr als unwahrscheinlich, Angst macht auch am Parkett nicht halt - zumal der Kernpunkt der Debatte ja ist, dass niemand weiß, über welche Waffen und somit über welche Macht der Irak wirklich verfügt.

Trotz der Debatte um den Krieg dürften am Donnerstag auch wieder andere Themen den Handel in New York bestimmen. Der Internet- und Medienkonzern AOL Time Warner hat am späten Mittwochabend den größten Quartalsverlust vorgelegt, den je ein Unternehmen ausweisen musste. Dem Konzern steht ein Minus von 44,9 Mrd. $ oder 10,04 $ pro Aktie zu Buche, nachdem man eine Abschreibung von unerwartet drastischen 45,5 Mrd. $ für den Wertverlust der Internetsparte AOL getätigt hat. Experten hatten im Vorfeld damit gerechnet, dass AOL den Wert um 10 bis 20 Mrd. $ bereinigen würde.

Im Laufe des Donnerstags stehen Quartalszahlen von Boeing, ExxonMobil und Walt Disney an, außerhalb des Dow melden Black & Decker, Dow Chemical, Gilette und Kellog. Aus dem konjunkturellen Umfeld dürfte ein Blick auf die Konsumentenausgaben und auf den Arbeitsmarkt interessieren.

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