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14.01.2003

08:43 Uhr

Wall Street: Nachbörslich notiert

Ein Tauziehen mit vielen Unbekannten

Am Anfang hatte es wieder so ausgesehen, als könnten die Bullen in die neue Woche hineinfeiern - doch nach nur einer Stunde löste sich eine Rallye zum Wochenstart in Luft auf. In einer minimalen Handelsspanne schleppten sich die Märkte durch den Tag, der Dow holte am Ende einen Punkt, die Nasdaq verlor anderthalb.

NEW YORK. "Es ist halt ein Tauziehen zwischen Bullen und Bären", meint relativ unbeeindruckt Peter Cardillo, Chefstratege von Global Partner Securities. "Der Markt will eigentlich nach oben, aber technische Grenzen und geopolitische Sorgen halten ihn auf." - Technische Sorgen dürften allerdings eine untergeordnete Rolle spielen, und auch die Sorgen um Irak und Nordkorea sind nur ein Teil der Last, die zur Zeit auf die US-Börsen drückt.

Der weitaus größere Teil dürfte zumindest in dieser Woche von der Unternehmensfront kommen. Mit katastrophalen Zahlen hat ja in der Vorwoche der Alu-Konzern Alcoa die Ertragssaison offiziell eröffnet, in dieser Woche melden neben sechs Dow-Werten vor allem eine Reihe Unternehmen aus dem Hightechbereich. Am Dienstag macht Intel den Anfang, und von den Zahlen des Chip-Giganten dürfte der Handel im Wochenverlauf ebenso geprägt werden wie durch die späteren Zahlen von Microsoft und IBM, Apple und Yahoo.

Hightech-Anlegern Hoffnung machte noch am späten Montagabend der Chiptechnologie-Hersteller Rambus, der Quartalszahlen über den Erwartungen der Wall Street meldete - allerdings auch einen Gewinneinbruch gegenüber dem Vergleichsquartal des Vorjahres. Auf lange Sicht dürften es diese Vergleichszahlen sein, an denen Kurse ausgerichtet werden, denn die zum Teil mehrfach nach unten revidierten Prognosen der Analysten dürften den Investoren vor allem im Hightech-Sektor nicht mehr ausreichen.

Außer den Hightechs wird sich am Dienstag noch ein weiterer Sektor in den Mittelpunkt des Interesses schieben: der Einzelhandel. Nachdem bereits am Montag zahlreiche Ketten, darunter Wal-Mart, JC Penney und Federated Department Stores nur schwache Verkaufszahlen gemeldet hatten, werden noch einige kleinere Ketten und die Modehäuser melden. Vorab scheint es, als seien die Unternehmen so schwach ins neue Jahr gestartet wie sie das alte beendet hatten - eine Erholung zeichnet sich für den Sektor also noch nicht ab.

Abhängig von den Quartalszahlen der nächsten Tage ist der Handelsverlauf dieser Woche also offen, von der Konjunktur wird man am Mittwoch eine Hilfestellung zur Richtungsfindung bekommen, wenn die Notenbank ihr Beige Book vorlegt, in dem sich die Offiziere der Fed zur Lage der Wirtschaft äußern.

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