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16.01.2003

08:07 Uhr

Wall Street: Nachbörslich notiert

Fokus geht von Hightechs auf den breiten Markt

VonWall Street Correspondents

Ist das der Stimmungswandel? Trotz der eher positiven Ergebnisse des Chipriesen Intel waren die US-Börsen am Mittwochmorgen bereits mit Verlusten gestartet, nur um diese im Laufe des Tages weiter auszubauen.

NEW YORK. Anleger freuten sich weniger über die Gewinne des Hightech-Riesen und Dow-Wertes, als dass sie über die bescheidenen Prognosen des Unternehmens nachdachten. Ein gutes Zeichen.

Ähnlich ergeht es am späten Abend den Aktien von Apple und Yahoo. Vor allem der Internet-Provider hat eigentlich ausnahmslos starke Zahlen vorgelegt. Für das abgelaufene Quartal weist das Unternehmen einen Gewinn von 46,2 Mio. $ oder 8 Cent pro Aktie aus, während man im Vorfeld mit einem Anteilsplus von 6 Cent gerechnet hatte. Auch den Umsatz konnte Yahoo satt steigern, und zwar um mehr als 50 % auf 285,8 Mio. $. Geschafft hat man dies durch die geschickte Umwandlung zahlreicher bisher kostenfreier Dienste in Zusatzangebote für zahlende Abonnenten, und dann konnte Yahoo auch noch im Anzeigengeschäft zulegen. Dennoch brach das Papier im späten Handel ein.

Nicht anders bei Apple. Der Computerbauer hat die Prognosen der Wall Street getroffen und verliert dennoch, weil Anleger doch wieder hinter die Kulissen blicken. Was bei Apple nicht besonders schwer war, denn Verwirrung nach Börsenschluss rief genaue Beobachter auf den Plan. Ersten Berichten zufolge hätte Apple die Erwartungen der Analysten nämlich verfehlt und einen Verlust von 2 Cent ausgewiesen. Der entpuppte sich indes als Netto-Ergebnis, pro forma traf man die 3 Cent Gewinn. Wie so oft kündigt Apple für das laufende Quartal einen "leichten Gewinn" an, Analysten sind jedoch vorsichtig. Sie sehen einen wichtigen Teil der Apple-Einkünfte auf Jahressicht gefährdet, und zwar die Zinseinnahmen auf das Barvermögen von nun 4,4 Mrd. $. Diese Sorgen scheinen Investoren zu teilen, die Aktie verlor im nachbörslichen Handel.

Am Donnerstag werden die Augen der Wall Street nur teilweise auf Hightech-Werten ruhen. Sicher, mit IBM und Microsoft melden noch einmal zwei Big Caps, deren Ergebnisse nicht nur die Branche, sondern auch die Bilanz des Dow beeinflussen werden. Darüber hinaus gibt es jedoch Zahlen von JP Morgen und GeneralMotors, und am Mittwoch dann von General Electric, so dass der Handel an den letzten beiden Tagen der Woche auch in anderen Sektoren spannend bleiben dürfte.

Aus dem konjunkturellen Umfeld stehen Angaben der Philie Fed zum Produzierenden Gewerbe in der Region Philadelphia auf dem Programm - Experten sind im Vorfeld optimistisch und rechnen mit steigender Aktivität im Sektor, zumal auch am Mittwoch der New Yorker Empire State Index, ein Parallelindikator, auf einem neuen Hoch notierte. Die Entwicklung der Konsumentenpreise wird Händler ebenso interessieren wie ein Blick auf die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung, die in der vergangenen Woche gestiegen sein dürften.

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