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07.01.2003

09:08 Uhr

Wall Street: Nachbörslich notiert

Hightechs und Steuerpläne heben die Stimmung

Die Wall Street nimmt die Einzelheiten um Präsident Bushs Steuersparpaket mehr als erfreut auf. Die Aussicht auf das künftig steuerfreie Kassieren von Dividenden macht manche Aktie wieder attraktiv für den gebeutelten Anleger - immerhin 35 Millionen Amerikaner bekommen Dividenden -, und so legten die US-Börsen vor der großen Rede des obersten Feldherrn und Volkswirten satt zu.

wsc NEW YORK. Die Tendenz hielt am Montagabend auch nach Börsenschluss an, und vieles spricht dafür, dass auch zumindest im frühen Dienstagshandel die Zeichen auf Grün stehen. Dass zahlreiche Experten vor einem Steuerpaket warnen, das mit einem Volumen von 600 Mrd. $ verteilt auf die nächsten 10 Jahre nicht finanzierbar sei, überhört man auf dem Parkett geflissentlich. Andere Kritikpunkte sowieso, denn die Gruppe der eigentlich Übergangenen hat keine Stimme am Markt.

Zu den großen Gewinnern der Bush-Reform gehören nämlich die Großverdiener und die Unternehmen. Insgesamt kommen 40 % der Steuervergünstigungen dem oberen 1 % der Bevölkerung zugute - Kritiker sehen in einer solchen Reform ein Geschenk Bushs an seine Freunde in den Konzernen. Der wiederum sagt, eine Reform die der Wall Street nütze, käme letztlich auch dem Verbraucher zugute. An eine Stärkung des Arbeitsmarktes und der Konsumausgaben denkt er dabei.

Wenn der Optimismus der Börsianer und der Glaube an das Gute in der Reform anhält, dann dürfte der Dienstag der dritte von vier Handelstagen des neuen Jahres werden, die im Plus enden - bislang weist 2003 mit zwei Gewinntagen weit im dreistelligen Bereich und einem nahezu verlustfreien Break am Freitag eine starke Bilanz vor.

Noch mehr Optimismus drückt aus den Hightechbranchen auf den Markt. Nachdem sich bereits am Montagmorgen die Deutsche Bank positiv über die Chipzulieferer geäußert hatte, bestätigte am späten Abend der Chiphersteller EMC die Prognosen für das Quartal. Sowohl Umsatz als auch Gewinn dürften im Rahmen der Erwartungen ausfallen, Sonderkosten für Umstrukturierungen herausgerechnet schaffe man sogar wider Erwarten den Sprung in die Profitabilität, so das Management. Die Aktie kletterte im Zusammenhang mit der eigentlich nur mäßig guten Nachricht um mehr als 20 %.

Zu den Top-Gewinnern im späten Handel nach der Glocke gehörte auch die Aktie von Rambus. Eine erfolgversprechende Kooperation mit Sony, Sony Entertainment und Toshiba lässt Anlegerherzen höher schlagen und die Aktie um 16 % klettern.

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