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07.03.2003

09:19 Uhr

Wall Street: Nachbörslich notiert

Schon vor dem Freitag ist die Woche verloren

Vor dem Freitagshandel sieht es düster aus für die Wall Street. Der breite Markt hat seit Wochenbeginn noch einmal 2,5 abgegeben, er ist seinen Oktober-Tiefständen so nahe wie nie zuvor, und nichts deutet darauf hin, dass Investoren zum Wochenende noch einmal auf das Parkett zurückkommen würden.

Im Gegenteil: Schon ein Blick auf die Statistik zeigt, wie die Schere zwischen Käufern und Verkäufern auseinandergeht. Während sich der Verkaufsdruck seit Tagen nahezu unverändert zeigt, fällt das Interesse der Käufer rapide. Das geht aus Charts der Marktforscher von Lowry?s hervor. Kaufgründe gibt es allerdings auch keine, und vor dem Wochenende schon gar nicht - im aktuell unsicheren geopolitischen Umfeld will man nicht mit langen Positionen in eine zweitägige Handelspause gehen.

So ist am Freitag erneut rot geflaggt, und das dürfte vom Verlauf der Sicherheitsratssitzung bei den Vereinten Nationen sogar unabhängig sein. Sei es der mögliche Krieg gegen den Irak, die Sturheit von USA und Großbritannien oder ganz einfach der transatlantische Dissens, der die Märkte belastet - am Freitag dürften diese Probleme nicht gelöst werden.

Aus dem konjunkturellen Umfeld dürfen Investoren auch keine Schützenhilfe erwarten. Am Morgen wird der große Arbeitsmarktbericht vorgelegt, und man geht auf breiter Front von einer Arbeitslosenquote im Februar um 6 % aus. Dass die Quote im Januar auf 5,7 % gefallen sein soll, bezweifelten vor einem Monat zahlreiche Experten, weiter runter dürfte sie nun keinesfalls gehen, im Gegenteil: Die Arbeitsmarktforscher von Challenger Gray & Christmas haben ermittelt, dass die Zahl der Entlassungen steigt, die Zahl der Erstanträge ist auf ein Jahreshoch von 430 000 gestiegen, die Zahl der Langzeitarbeitslosen notiert ebenfalls auf dem höchsten Stand seit mehreren Monaten.

Bleibt Intel. Noch vor einem Update zur Quartalsmitte, das der Chipriese am späten Donnerstagabend erst vorlegte, war eines klar: Viel ist nicht zu erwarten. Die Mehrheit der Analysten geht davon aus, dass das Unternehmen die Umsatzprognosen auf den oberen Teil der bisherigen Spanne leicht einengt, das dürfte indes niemanden hinterm Ofen vorholen. Und selbst wenn Intel mit einer Überraschung aufwarten würde, so würde doch allein die Aktie profitieren, gegebenenfalls die Chipbranche.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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