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20.03.2003

07:21 Uhr

Wall Street: Nachbörslich notiert

Unternehmensmeldungen stehen hinter dem Krieg zurück

Nachdem der Mittwochshandel angesichts eines nun unmittelbar bevorstehenden Irakkrieges noch mehr von der geopolitischen Situation geprägt war als all die Wochen und Monate vorher, konzentrierte man sich an der Wall Street auch im nachbörslichen Handel kaum auf die anstehenden Unternehmensmeldungen.

Sicher, man nahm zur Kenntnis, dass der Sportschuh-Hersteller Nike im zurück liegenden Quartal die Gewinnschätzungen der Wall Street übertroffen hat - die Aktie legte denn auch um fast 2 % zu. Zwar konnte das Unternehmen aus einem Umsatzwachstum um 6 % kein Gewinnwachstum destillieren, doch macht ein Blick auf die Bestellungen für das nächste Quartal Mut, für das man nur noch einen stärkeren Dollar braucht, um auch die Erträge steigen zu sehen.

Auch nahm man zur Kenntnis, dass bei Apple ein neuer Mann im Aufsichtsrat sitzt. Zwei Jahre nachdem der ehemalige Vizepräsident der USA, Al Gore, den Kampf um einen eigenen Platz im Oval Office gegen George W. Bush verloren hat, scheint er sich nun ganz Corporate America zugewandt zu haben. Von Hightech hat Gore Ahnung - berühmt ist er noch heute für seine schon einige Jahre zurück liegende Behauptung, er habe das Internet erfunden. Das nimmt ihm indes niemand übel, am wenigsten CEO Jobs, der den "unglaublichen Wissens- und Erfahrungsschatz" Gores lobt. Apple legte um 3,5 % zu.

Viel Bewegung in den Markt brachten diese Meldungen indes nicht. Wie auch? - Für den späten Abend erwarten viele Beobachter eine weiter Rede von Präsident George W. Bush, der dann den Beginn des Krieges im Irak bekannt geben könnte. Sein Vater hat dies 1991 ebenso gemacht, und bisher machte W. ja alles wie sein Vater. Nur schlechter, wie hin und wieder gespöttelt wird. Doch auch der Spott hilft dem Markt nicht.

Der Krieg - ob er in der Nacht beginnt oder nicht - wird den Handel auch am Donnerstag alleine bestimmen. Sein Verlauf ist vorab ebenso unsicher wie sein Ausgang, es muss wohl weiter auf Nachrichten gewartet werden.

© Wall Street Correspondents, Inc.

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