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13.02.2003

10:27 Uhr

Wall Street: Nachbörslich notiert

US-Börsen: Suche nach dem Tief hat begonnen

Von© Wall Street Correspondents, Inc.

Es ist noch nicht einmal Donnerstag, und die Woche ist doch schon verloren. Zwar notiert der Dow - dank eines guten Starts am Montag - nur um etwa 100 Punkte unter dem letzten Wocheschluss, doch steht die Tendenz vor dem Hintergrund der Irakkrise und der Terrorangst fest: Es geht weiter abwärts.

Polizeipatrouillen mit Maschinengewehren an der Wall Street, Brückensperrungen in San Francisco und New York, Hamsterkäufe in den ganzen USA? die Nervosität ist spürbar, die Angst vor Terrorangriffen so groß wie seit den Monaten nach dem 11. September nicht mehr. Meldungen aus Arbeitslosenquote von 5,7 hätte ausrechnen wollen. Auch auf die Quartalszahlen von Dell, Calpine und El Paso dürfte man nur am Rande achten.

Die Quartalszahlen unterdessen, die am späten Donnerstag nach Börsenschluss bekannt wurden, machen nicht allzu viel Hoffnung. Zwar weist der Computerschalter-Fabrikant Brocade ein sattes Gewinnwachstum aus und meldet in Höhe der Erwartungen, doch fürchtet man auf einem engen Markt Konkurrenz vom Marktriesen Cisco, der das Ergebnis künftig belasten könnte. Die Aktie gab im Abendhandel fast 3 % ab.

TMP Worldwide unterdessen, eine der größten Werbe- und Personalagenturen der Welt, enttäuscht mit ihren Ergebnissen zum abgelaufenen Quartal. Während die Wall Street mit einem Break-Even gerechnet hatte, weist das Unternehmen einen Verlust von 5 Cent pro Aktie aus - Sonderkosten in Höhe von 61,3 Mio. % im Zusammenhang mit einer Restrukturierung sind bereits herausgerechnet. Der Umsatz für TMP Worldwide brach in den vergangenen drei Monaten um 12 % ein. Dabei war das Geschäft mit der Personalvermittlung im Managementbereich so schlecht, das selbst die stabilen Bereiche Werbung und die Online-Jobbörse Monster.com nichts mehr ausrichten konnten. Einen Ausblick gibt TMP Worldwide nicht. Die konjunkturellen Rahmenbedingungen seien schlicht zu undurchsichtig, so das Management.

Nun startet die Wall Street auf einem Vier-Monats-Tief in den Donnerstagshandel, während auf dem Parkett schon von neuen historischen Tiefs gesprochen wird. Nachdem die drei großen Indizes sämtliche Unterstützungslinien durchbrochen haben, erwartet man mehrheitlich ein Abrutschen der Märkte auf das Oktoberniveau - es ist ja für den breiten Markt nicht einmal mehr 6 % entfernt. Hinter vorgehaltener Hand hört man indes vom "Dow 6000", im Falle eines Krieges und/oder eines Terroranschlages ist diese Zahl nicht unrealistisch.

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