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11.01.2001

16:09 Uhr

Wann sollen Anleger investieren?

Deutsche Bank rät zum Einstieg in zyklische Technologieaktien

Nicht wenige Analysten trauen den TMT-Werten (Technologie-Medien-Telekommunikation) ein Comeback zu, allerdings werden die marktschweren und mit Gewinn arbeitenden Unternehmen bevorzugt. Nachdem der Sektor "Datenspeicherung" als letzter von Herabstufungen erfasst worden sei, könne nun wieder der Zyklus von vorne beginnen, meinen einige Analysten.

HB FRANKFURT. Die Deutsche Bank mit ihrem Aktienstrategen Bernd Meyer stellt ihren Bericht für das erste Quartal unter das Motto "Vorbereiten für den neuen Zyklus". Bei den defensiven Aktien solle der Anleger jetzt mit dem Realisieren von Kursgewinnen beginnen und sich im Bereich Chemie, Papier, Baustoffe und zyklische Technologieaktien positionieren. Ihm gefallen etwa STMicroelectronics, Epcos, BASF und Bayer.

Für die Technologiewerte weist BHF-Analyst André Jäkel darauf hin, dass sich das globale KGV mit aktuell rund 24 nahe am bisherigen Rekordtief von 21 bewegt. Spätestens bei einem Bewertungsniveau von rund 20 sei davon auszugehen, dass die Trendwende bevorsteht. Außerdem sei es auch nicht ganz logisch, dass der Markt auf der einen Seite eine Rezession einpreise, dies aber bei den "Substanztiteln" unterlasse. Auffällig sei auch, dass die Halbleiterwerte Applied Materials und Micron Technology in den vergangenen Tagen nicht mehr weiter abgesackt sind. "Die sind als erste gefallen, und machen die Abwärtsbewegung jetzt nicht mehr mit", erklärt Jäkel. Normalerweise seien die zyklischen Halbleiterwerte ein guter Indikator für einen Stimmungswechsel.

Entscheidend für die kommenden Wochen dürften die Gewinnausweise für das vierte Quartal der "psychologisch wertvollen Papiere" wie JDS Uniphase, Nortel, Cisco, Oracle, EMC und Sun Microsystems sowie deren Ausblick auf 2001 werden. Daneben raten Analysten, auf solche Aktien zu setzen, die den Industriefirmen eine höhere Produktivität verschaffen.

Wer es nach den heftigen Kursturbulenzen vorsichtiger liebt, hört auf die Chartanalysten. Immerhin waren sie es, die eine Trendwende vorhersagten und frühzeitig zu Gewinnmitnahmen rieten. Seit Monaten sind technisch orientierte Analysten pessimistisch gestimmt. Tenor der skeptischen Zunft: Die Abwärtstrends sind beim Dax, der Nasdaq und am Neuen Markt intakt. Und solange sich daran nichts ändert, soll der Anleger auf die Trendwende warten. Diese ist aber nicht zu erkennen, weil sich noch kein Boden ausgebildet hat. Voraussetzung wäre, dass die Indizes nicht auf neue Tiefs fallen. Erst wenn sich die Kurse nachhaltig erholen, werden Charttechniker von einer Wende sprechen und zum Einstieg blasen. Wer dem Rat folgt, verpasst zwar schöne Anfangsgewinne, verringert aber das Risiko, der Baisse gutes Geld hinterherzuwerfen.

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