Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.05.2003

14:26 Uhr

Warnstreiks

Tarifkonflikt in ostdeutscher Metallindustrie verschärft sich

Der Tarifkonflikt um die 35-Stunden-Woche in der ostdeutschen Metallindustrie verschärft sich. Die Gewerkschaft IG Metall hatte für Sonntagabend zu einem ersten Warnstreik aufgerufen. Beschäftigte der Opel Eisenach GmbH sollten zu Beginn der Nachtschicht die Arbeit für eine Stunde niederlegen. Nach dem Auftakt in Thüringen waren für Montag Protestaktionen in Sachsen geplant.

HB/dpa EISENACH. Im Laufe der Woche sollen weitere ostdeutsche Bundesländer folgen. Die Gewerkschaft bereitet für Ende Mai bereits die Urabstimmung über einen Streik vor, die Arbeitgeber drohen jetzt schon mit Aussperrungen.

Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, warnte die Gewerkschaft davor, in Ostdeutschland die 35-Stunden-Woche zu erzwingen. "Die Masse der Betriebe in den neuen Bundesländern könnte einen solchen Kostenschub nicht verkraften", sagte er der Zeitung "Die Welt" (Montag). Der Bezirksleiter der Gewerkschaft für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Hasso Düvel, warf den Arbeitgebern in der "Berliner Zeitung" (Montag) Heuchelei vor. "Es war bereits mit der Lohnrunde im Mai 2002 klar, dass wir nach der Kündigung der Verträge über einen Stufenplan verhandeln werden. Das haben die Arbeitgeber auch unterschrieben."

Derzeit arbeiten die rund 310 000 Metaller in den neuen Ländern bei gleichem Gehalt drei Stunden länger als ihre Kollegen im Westen. Die IG Metall fordert die schrittweise Einführung der 35-Stunden- Woche. Die Verhandlungen sind festgefahren. Die Arbeitgeber sprechen mit Hinweis auf die Konjunkturflaute von einer Arbeitszeitdebatte zur Unzeit.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×