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27.05.2000

13:01 Uhr

Warnung auch vom Innenministerium

Neuer ILOVEYOU-Mutant schleicht sich als Bewerberin um einen Arbeitsplatz durchs Netz

Nach der Liebe nun der Beruf: Wieder ist ein zerstörerischer Virus in Umlauf gesetzt worden, der diesmal wie eine Mail einer Bewerberin um einen Arbeitsplatz aussieht. Der tückische Virus lauert im Lebenslauf.

ap BERLIN/WASHINGTON Das Bundesinnenministerium erklärte am Samstag in Berlin, das in den USA in Umlauf gebrachte Virus werde per E-Mail mit dem Betreff `Resume("tabellarischer Lebenslauf") - Janet Simons" verbreitet. Der "Lebenslauf" werde als Anhang versandt. Bei Öffnung der Datei könne schwerer Schaden entstehen, weil Dateien auf der Festplatte gelöscht und das Virus sofort über das Adressbuch an andere E-Mail-Empfänger weitergeleitet werde.



Zuvor hatte die US-Kriminalbehörde FBI vor dem Virus gewarnt.

Laut FBI wurden die E-Mail-Systeme großer Firmen bereits infiziert und seien abgestürzt. Das neue Virus mache sich das Programm Microsoft Outlook zu Nutze. Den Empfehlungen zufolge sollen Funktionen von Microsoft Outlook deaktiviert und E-Mails mit dem genannten Betreff nicht geöffnet werden. An einer Software zur Bekämpfung dieser neuesten Virenvariante werde bereits gearbeitet, hieß es weiter.

Das Bundesinnenministerium schränkte ein, dass die Bedrohung für deutsche Internetbenutzer relativ gering sei. Zwar könne das Virus angesichts der globalen Vernetzung sehr schnell in Europa auftauchen. Bei den üblichen Programmen seien aber warnende Anfragen vorgeschaltet, ob der Anhang geöffnet werden solle. Wenn alle Nutzer sorgfältig auf das Virus und die entsprechende Makrowarnung achteten, könnten Schäden in Deutschland praktisch ausgeschlossen werden, hieß es.

Europa durch früheren Start ins Wochenende geschützt Laut FBI kann das Virus in Europa wegen des Wochenendes womöglich am Montag zuschlagen. In den USA sei es spät in der vergangenen Woche aufgetaucht, so dass vor dem Wochenende durch Antivirenprogramme bereits eine relativ gute Eingrenzung vorgenommen werden konnte. Firmen in Europa nähmen an Wochenenden normalerweise keine größeren Updates ihrer Schutzschilder gegen Viren vor.

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