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24.04.2003

13:18 Uhr

Warnung wegen Unterstützung von Schiiten

Ton zwischen USA und Iran verschärft sich erneut

Der Ton zwischen den Vereinigten Staaten und Iran hat sich verschärft. Die USA warnten die Islamische Republik vor einer Einmischung in die Angelegenheiten des Nachbarlandes Irak. Der Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, verwies auf Berichte, wonach iranische Agenten versuchten, die Schiiten im Süden des Iraks zu beeinflussen.

HB/dpa WASHINGTON/TEHERAN. Teheran wies die Warnung der USA entschieden zurück. Es sei absurd, dass die USA sein Land beschuldigten, sich in die inneren Angelegenheiten eines Staates einzumischen, in den sie selbst gerade einmarschiert seien, sagte Außenminister Kamal Charrasi am Donnerstag.

Irans Präsident Mohammed Chatami bezweifelte, dass der amerikanische Irak-Verwalter Jay Garner erfolgreich sein werde. Chatami habe in Frage gestellt, ob eine von den USA eingesetzte Interimsverwaltung den notwendigen Rückhalt in der Bevölkerung haben werde, hieß es aus dem Umfeld des französischen Außenministers Dominique de Villepin nach einem Treffen am Donnerstag in Teheran.

Seit der iranischen Revolution 1979 des Schiitenführers Ajatollah Khomeini unterhalten Teheran und Washington keine diplomatischen Beziehungen mehr. Im Januar 2002 hatte US-Präsident George W. Bush Iran in die "Achse des Bösen" eingereiht. Wie der Irak unter dem inzwischen entmachteten Präsidenten Saddam Hussein und Nordkorea gefährde Teheran den Weltfrieden.

Charrasi und sein französischer Amtskollege hatten sich zuvor bei einem Treffen für eine bedeutende Rolle der Vereinten Nationen bei der politischen Neuordnung im Nachkriegs-Irak ausgesprochen. Die UN müssten nicht nur bei der humanitären Hilfe im Irak die Federführung übernehmen, sondern auch bei den Schritten zu einer demokratisch gewählten Regierung. De Villepin forderte die USA und Großbritannien auf, die mögliche Existenz von irakischen Massenvernichtungswaffen zu klären.

Unterdessen haben die USA ihre Drohung mit Konsequenzen wegen Frankreichs Haltung im Irak-Konflikt abgemildert. Außenamtssprecher Richard Boucher sagte, die Gegensätze mit Frankreich würden Einfluss darauf haben, "wie künftig einige Entscheidungen getroffen werden". Aber "Frankreich bleibt fundamental ein Verbündeter". US- Außenminister Colin Powell, der eine Überprüfung "aller Aspekte unserer Beziehung zu Frankreich" angekündigt hatte, habe inzwischen mit seinem französischen Amtskollegen telefoniert.

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