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05.01.2001

13:40 Uhr

Warten auf US-Arbeitsmarktdaten

Dax-Werte tendieren freundlich

Die Standardwerte am deutschen Aktienmarkt haben am Freitagmittag vor der Veröffentlichung wichtiger US-Konjunkturdaten bei dünnen Umsätzen freundlich tendiert. Die Marktteilnehmer seien in ihrer Grundstimmung aber weiter vorsichtig und warteten mit Spannung auf die Bekanntgabe der Dezember-Daten zum US-Arbeitsmarkt am Nachmittag (14.30 Uhr MEZ), sagten Händler.

Reuters FRANKFURT. Der Deutsche ktienindex (Dax) notierte gegen 13.15 Uhr 0,6 % oder 35 Punkte über dem Vortagesschluss bei 6413 Punkten. Getragen wurde die Aufwärtstendenz dabei von einem starken Zugewinn beim Index-Schwergewicht Deutsche Telekom, deren Aktie Händlern zufolge einen charttechnischen Widerstand durchbrach. Am Neuen Markt tendierten die Aktien schwach.

Vor den US-Arbeitsmarktdaten werde die Haltung abwartend bleiben, sagte ein Händler. Von Reuters befragte US-Volkswirte erwarten einen Anstieg der Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft um 102 000 (November 94 000) und der Arbeitslosenquote auf 4,1 (4,0) Prozent. Sollten die Zahlen auf eine Verlangsamung des US-Wirtschaftswachstums hindeuten, erhöht sich nach Einschätzung von Experten der Druck auf die US-Notenbank Fed, der Leizinssenkung am Mittwoch und der zweiten Senkung des eher symbolischen Diskontsatzes am Donnerstag einen weiteren Zinsschritt folgen zu lassen. "Es ist schon auffällig, dass (Fed-Präsident Alan) Greenspan zwei Mal zwischen zwei Notenbanksitzungen die Zinsen gesenkt hat", sagte ein Händler. "Vielleicht weiß Greenspan etwas, was wir nicht wissen." Nach Ansicht eines anderen Händlers war das Verhalten der Fed ein Vorbote für die Arbeitsmarktdaten: "Das weiß doch jetzt jeder, der Eins und Eins zusammenzählen kann, dass die katastrophal schlecht werden."

Mit einer Leitzins-Senkung kann eine Notenbank zur Konjunkturankurbelung beitragen, indem sie Unternehmen eine günstigere Aufnahme von Kapital für Investitionen ermöglicht.

Deutsche Telekom mit einem Gewicht von 11,7 % im Dax trugen mit ihrem Kursgewinn allein ein Plus von rund 30 Punkten zum Dax bei. Die Papiere zogen drei Prozent auf 35,12 Euro an und durchbrachen Händlern zufolge damit eine charttechnisch wichtige Marke bei 35 Euro. BMW kletterten fast sechs Prozent auf 37,32 Euro, was Händlern zufolge zum Teil ebenfalls charttechnisch begründet war. Zudem profitiere der Wert weiterhin von den sehr guten US-Verkaufszahlen im Dezember, die das Unternehmen am Mittwoch ausgewiesen hatte.

Commerzbank präsentierten sich nach neuen Spekulationen über eine Übernahme der viertgrößten deutschen Bank mit einem Plus von 3,4 % ebenfalls sehr fest. Händler verwiesen auf einen Bericht des "Platow Briefs" vom Freitag, wonach die Dresdner Bank einmal am 17-prozentigen Anteil des Commerzbank-Aktionärs Cobra interessiert war. Das rücke die Übernahmegerüchte wieder in den Vordergrund, hieß es.

Am Frankfurter Neuen Markt notierte der alle Werte umfassende Nemax All Share 3,8 Prozwent im Minus, der Nemax-50 der 50 gerößten Werte verlor über fünf Prozent.

In den USA deuteten die S&P-Futures unterdessen auf eine wenig veränderte Eröffnung der Aktienbörse. Der März-Future notierte 0,9 Punkte im Minus bei 1347,4 Punkten. Die Wall Street eröffnet allerdings erst um 15.30 Uhr (MEZ), eine Stunde nach der Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten.

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